Wirtschaft & Demokratie



Global von einer ausbeuterischen, wachstumsfixierten Wirtschaftsform zu einer regenerativen Art des Wirtschaftens zu wechseln, ist die Herausforderung unserer Zeit. Es gilt, Schlechtes zu bekämpfen und Gutes zu fördern. In der Tatsache, dass Konzerne Macht akkumulieren und häufig missbrauchen kristallisiert sich, was an unserem Wirtschaftssystem falsch und unhaltbar ist. Wir wollen daher multinationale Konzerne dem Gemeinwohl verpflichten. Wir möchten auch kooperativen und co-kreativen Wirtschaftsformen, die ökologischem und sozialem Wohlergehen dienen, zum systemverändernden Durchbruch verhelfen. Gleichzeitig gilt es, Wirtschaftspolitik und Politik allgemein, besser zu gestalten – und dazu müssen wir unsere Demokratie weiterentwickeln, in Deutschland und in Europa.

Deshalb fördern wir Organisationen, die an diesen Zielen mit konkreten Projekten arbeiten, sich an politischen Brennpunkten bewegen und situativ effektive Hebel ansetzen.



Förderpartner & Projekte

Demokratie weiterentwickeln



Fördersumme

27.000 €

Förderzeitraum

2017

Standort

Oldenburg

Webseite

partizipativ-gestalten.de

Was macht das Institut für Partizipatives Gestalten?

»Unsere heutigen Probleme können nicht mehr mit den Methoden gelöst werden, die sie verursacht haben.« Dies ist der Leitgedanke des Instituts für Partizipatives Gestalten GbR (IPG). Daher suchen beim IPG Methoden- und ProzessarchitektInnen nach den innovativsten Ansätzen und Ideen für beteiligungsbasierte Planungen und Lösungsfindungen und bieten diese weiterentwickelt als Dienstleistung an.

Warum haben wir das Institut für Partizipatives Gestalten engagiert?

Wir finden, es ist Zeit, das, was in den Bereichen Stadtplanung und Landschaftsarchitektur, Nachhaltigkeit, Schul- und Bildungsentwicklung oder Organisationsentwicklung an partizipativen Gestaltungsprozessen schon lange geübt wird, – auch in größerem Rahmen auszuprobieren. Gemeinsam mit dem IPG wollen wir ein Stück kollaborative Demokratie für die EU vorausdenken.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Zwischen der Realität der Handelsverhandlungen der EU und dem Ideal transparenter, demokratischer und partizipativer Prozesse besteht eine tiefe Kluft. Mit dem Projekt »Co-Creating Trade Policy« wollen wir deshalb erkunden, wie eine kooperative Entwicklung von Lösungen in Zukunft aussehen und etabliert werden kann. So setzen wir uns für gute, innovative und vor allem mehrheitsfähige Vereinbarungen ein.



Fördersumme p.a.

Ø 125.000 €

Förderzeitraum

2017-2018

Standort

Bundesbüro in Berlin, 14 Landesverbände

Webseite

mehr-demokratie.de

Was macht Mehr Demokratie?

Mehr Demokratie e.V. ist weltweit die größte NGO für direkte Demokratie. Nach dem Motto »Wenn wir aufhören, die Demokratie zu entwickeln, fängt die Demokratie an aufzuhören« setzt sich die Organisation mit Kampagnen u.a. ein für die Einführung von Volksentscheiden auf allen Ebenen (kommunal, Land, Bund), Reformen des Wahlrechts und des Parlamentarismus, die Demokratisierung der EU und die Stärkung der Bürgerbeteiligung.

Warum fördern wir Mehr Demokratie?

Mehr Demokratie hat eine beeindruckende Erfolgsbilanz, schlägt in der gesellschaftlichen Debatte einen guten Ton an und bewegt sich geschickt auf dem politischen Spielfeld. Aktuell fördern wir das Projekt »Bürgergutachten zur Stärkung der Demokratie«. Mit zwei Vorgängerprojekten der Organisation (»Selbstorganisierte europäische Bürgerinitiative gegen TTIP«, 2015, und »Dutch Referendum on CETA«, 2016/17) haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Zum ersten Mal gibt es auch in Deutschland eine Mehrheit, die unzufrieden ist mit der Demokratie selbst, nicht nur mit der Politik oder mit PolitikerInnen. Auch der weltweite Trend zur Demokratisierung ist rückläufig. Mit einem bundesweiten Bürgergutachten, dem Ersten seiner Art in Deutschland, werden konkrete Vorschläge zur Vertiefung und qualitativen Verbesserung der Demokratie erarbeitet und in den politischen Prozess zur Umsetzung eingespeist.


Konzernmacht einhegen



Fördersumme

70.000 €

Förderzeitraum

2017

Standort

Brüssel

Webseite

corporateeurope.org

Co-Förderer

Adessium Foundation
Fondation Charles Léopold Mayer pour le Progrès de l'Homme
Funders for Fair Trade Foundation
JMG Foundation
Open Society Initiative for Europe
u.a.

Was macht CEO?

Das Corporate Europe Observatory (CEO), Stichting / ANBI ist eine Recherche- und Kampagnengruppe, die den Einfluss von Unternehmen und ihren Lobbygruppen auf die Politik der EU aufdeckt und versucht, diesen Einfluss zurück zu drängen. CEO engagiert sich dafür, die Macht von Unternehmen in ihre Schranken zu weisen, damit soziale Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung ein Ende finden.

Warum fördern wir CEO?

Wir fördern CEO seit 2015, weil die Organisation sorgsame Recherchearbeit leistet und sie geschickt für politische Kampagnen aufarbeitet. CEO kann beträchtliche Erfolge seiner Arbeit vorweisen. Dabei spielt CEO eine zentrale Rolle in der Szene europaweit vernetzter politischer NGOs. Was CEO erarbeitet, verwenden anderen Organisationen, Journalisten und Politikern weiter.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Mit dem Projekt »Stopping the corporate trade deals« möchten wir die Kontroverse um CETA, dem Handels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und Kanada, aufrechterhalten und letztlich bewirken, dass das Abkommen nie vollständig ratifiziert wird. Außerdem wollen wir die Debatte von CETA (und vorher TTIP) auf andere Abkommen, die in Vorbereitung und ähnlich problematisch sind, erweitern.



Fördersumme p.a.

Ø 200.000 €

Förderzeitraum

2018-2020

Standort

Berlin, Paris, Amsterdam

Webseite

foodwatch.org

Was macht foodwatch?

foodwatch e.V. stärkt das Recht der Verbraucher auf ausreichende, sichere und gesunde Lebensmittel. Die Organisation macht Probleme des Lebensmittelmarktes öffentlich und mobilisiert Verbraucher. Über effektive nationale und europäische Gesetze sollen politische Veränderungen erreicht werden, die sicherstellen, dass der Lebensmittelmarkt tatsächlich den Interessen der Verbraucher dient.

Warum fördern wir foodwatch?

Wie foodwatch lehnen wir die Freihandelsabkommen TTIP und CETA ab – deshalb unterstützen wir seit 2015 die foodwatch-Kampagne gegen diese. Die strategisch kluge Kampagne klärt die Bevölkerung auf, schärft aber auch das Problembewusstsein bei Medien und PolitikerInnen. Um diesen Ansatz im politischen Prozess weiterzuführen und Alternativen anzubieten, unterstützen wir foodwatch nun darin, sich europaweit noch stärker aufzustellen. 

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Konzernpraktiken und politischen Maßnahmen, die Verbraucher- und Bürgerrechte sowie Menschenrechte schwächen oder ihnen entgegenstehen, wollen wir exemplarisch und mit Folgewirkung Einhalt gebieten. Dies soll auch der Stärkung der Demokratie dienen und die Mitarbeit an der Schaffung eines Europas der BürgerInnen fördern. 



Fördersumme p.a.

Ø 40.000 €

Förderzeitraum

2017-2019

Standort

Paris

Webseite

veblen-institute.org

Co-Förderer

Fondation Charles Léopold Mayer pour le Progrès de l'Homme

Funders for Fair Trade

Finance Watch

Was macht das Institut Veblen?

Das Veblen Institut (association de loi 1901 à but non lucrative) fördert sozialen und ökologischen Wandel. Es bringt AkademikerInnen, politische EntscheidungsträgerInnen und AkteurInnen der Zivilgesellschaft zusammen, um notwendige Anpassungen unseres derzeitigen Wirtschafts-, Währungs- und Finanzsystems zu definieren, die etwa das Gleichgewicht zwischen Markt/Staat/Commons angehen. Es stärkt interdisziplinäre Vernetzung und politische Mobilisierung.

Warum fördern wir das Institut Veblen?

Das Veblen Institut war ab Juni 2015 unser französischer Partner im Bemühen, kleine und mittelständische Unternehmen in die Debatte über TTIP und CETA einzubeziehen. Da der Fokus nun auf EU-Handelspolitik insgesamt liegt, unterstützen wir das Veblen Institut im Aufbau eines Netzwerks für handelspolitische Reform und koordinierte Lobbyarbeit gegenüber den politischen Entscheidungsträgern durch die Zivilgesellschaft in Frankreich.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Unser Ziel ist eine Neuausrichtung der EU-Handelspolitik: Demokratische Rechenschaftspflicht, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit müssen künftig im Fokus stehen. Laufende Verhandlungen zu bestimmten Handelsabkommen müssen ausgesetzt werden. Wir wollen hierzu handelspolitische Alternativen erarbeiten und politischen Schwung entwickeln, indem wir eine breitere Öffentlichkeit erreichen.



Kontakt

Sabine Frank
Programmleitung Wirtschaft & Demokratie
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