Bild: Grand Theft Europe, CORRECTIV


»Grand Theft Europe«: Umsatzsteuerkarusselle in Europa



Nach CumEx folgt die nächste Enthüllung: Unter der Koordination des Recherchekollektivs CORRECITV haben 35 Medienpartner aus 30 Ländern herausgefunden, wie in sogenannten Umsatzsteuerkarussellen organisierte Verbrecherbanden den europäischen Markt für Steuerbetrug nutzen und die europäische Öffentlichkeit damit um Milliarden von Euro betrügen.

Unter dem Namen »Grand Theft Europe« hat eine Journalistenkooperation unter der Koordination durch das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECTIV die Hintergründe und Mechanismen dieser Betrugsmache aufgespürt. Für ihre Recherchen werteten insgesamt 63 Journalist*innen 315.000 Seiten an vertraulichen Unterlagen aus, führten hunderte Interviews mit Betroffenen, Ministern und Zuständigen, die sich mit den Folgen von Umsatzsteuerkarussellen auseinandersetzen.

Die Recherchen haben ergeben, dass der größte laufende Steuerbetrug Europas die Öffentlichkeit um geschätzte 50 Milliarden Euro beraubt. In Deutschland verursachen die Umsatzsteuerkarusselle einen jährlichen Schaden von geschätzt 5 bis 14 Milliarden Euro. Der Milliardenschaden wird auch durch die Unfähigkeit der EU-Mitgliedstaaten verursacht, die sich bei Steuerfragen nicht einigen können. Besonders Deutschland bremst laut den Recherchen beim Kampf gegen Steuerbetrug gemeinsame Maßnahmen aus. Auch die europäischen Behörden haben sich eingeschalten und warnen aktuell besonders vor Betrugsmaschen mit Ökostromzertifikaten.

Unserem Förderpartner CORRECTIV ist es durch mehrmonatige Recherche gelungen, anhand des Karrierepfades eines Drahtziehers von Steuerkarussellen in Deutschland aufzudecken, wie diese Form der organisierten Kriminalität strukturiert ist und wie dagegen vorgegangen werden könnte.

Die ausführliche Reportage inklusive Erklärvideos und Hintergrundinformationen gibt es auf www.correctiv.org zum Nachlesen.

Das gemeinnützige Recherchekollektiv CORRECTIV wird im Rahmen des Programmbereichs gemeinnütziger Journalismus gefördert.

Newsarchiv