Jahresrückblick 2019

Collage: Schöpflin Stiftung


Jahresrückblick 2019

13.12.19

Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns, in dem die Stiftung und all ihre Einrichtungen viele Initiativen vorangetrieben haben: es wurden spannende Demokratie-Experimente gewagt, Orte der Begegnung geschaffen und Menschen eingeladen, sich mit ihren Ideen und Vorschlägen in die Gestaltung unserer Zukunft einzubringen.

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Förderung demokratischer Teilhabe, die Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Lebenswelt und der Gedanke, dass wir alle von Vielfalt und dem Wissen der Vielen lernen können. Um die junge und kommende Generation fit für die Zukunft zu machen, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, gesellschaftliche Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen anzugehen. Denn nur so können wir das »Big Picture« verstehen lernen und Wandel zukunftsorientiert gestalten. Einige Highlights, wie wir in diesem Jahr versucht haben, die Weichen für eine lebendige Demokratie, eine vielfältige Gesellschaft und kritische Bewusstseinsbildung zu stellen, lesen Sie im Folgenden:

Werkraum Schöpflin: Das »Haus der Unruhe«
Als Kultur- und Debattenort der Schöpflin Stiftung hat der Werkraum auch in diesem Jahr wieder zwei aktuelle Themenreihen und viele Workshops angeboten. Folgende Veranstaltungen waren unsere Highlights aus dem Programm:

Themenreihe »Maschine Macht Mensch«, Frühjahr 2019
| Ausstellung Human Study #1 3RNP (Zeichenroboter von Patrick Tresset): 3 Roboter namens Paul (3RNP) zeichneten während der Ausstellung insgesamt 456 Porträts von über 200 Besucher*innen.

| Im Wortwechsel »Daten, Algorithmen & Verantwortung« mit Frank Rieger (Sprecher des Chaos Computer Clubs, Netzaktivist und Autor), Rena Tangens (Mitgründerin von Digitalcourage, Datenschutzaktivistin und Künstlerin), und Ben Wizner, dem US-amerikanischen Anwalt des Whistleblowers Edward Snowden (live per Video zugeschaltet) diskutierten Birgit Degenhardt und Tim Göbel im März vor vollem Haus wie Algorithmen immer mehr Bereiche unseres Alltags steuern und regulieren.

Themenreihe »Ein Hauch, ein Husch, ein Augenblick. Theater und Veranstaltungen über Glück«, Herbst 2019
| Ende November feierten wir die Premiere »Glück«, ein Theater mit Puppen- und Schauspiel. In drei ausverkauften Vorstellungen verfolgte das Publikum in außergewöhnlicher Atmosphäre mit Live-Musik, wie selbst der Heilsbringer und Erlöser zweifelt und wir lauschten den Erzählungen der Katze eines berühmten Mode-Zars.

Villa Schöpflin: Aktiv werden, bevor Sucht entsteht
Als Zentrum für Suchtprävention widmet sich die Villa Schöpflin der Suchtvorbeugung im Landkreis Lörrach und in ganz Deutschland. In diesem Jahr hat das Team der Villa Schöpflin besonders an diesen beiden Programmen gearbeitet:

| In Kooperation mit dem Bundesnetzwerk HaLT, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem GKV-Spitzenverband wurde intensiv an der Rahmenkonzeption zur Weiterentwicklung von HaLT gearbeitet, die nun Anfang 2020 veröffentlicht wird. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung eines Qualitätsmanagement- und Förderkonzeptes vollzogen.

| Zusätzlich konnten im neuen Medienpräventionsprogramm »Max & Min@« die ersten 21 Trainer*innen aus acht Bundesländern geschult werden. Die Organisation der Schulung fand in Zusammenarbeit mit der Förderpartnerin »KKH Kaufmännische Krankenkasse« statt. Mithilfe eines Train-the-Trainer-Konzeptes wurde die deutschlandweite Verbreitung eingeläutet. Ab 2020 werden auch Schulen des Landkreise Lörrach »Max & Min@« besuchen können.

Aus der Förderstiftung: Mit Blick in die Zukunft fördern
Die fünf Programmbereiche Flucht & Integration, Wirtschaft & Demokratie, Schule & Entwicklung, gemeinnütziger Journalismus und unser Experimentierbereich für Zukunftsthemen Schöpflin Biotop widmen sich auf ganz unterschiedliche Weise der Frage: Wie kann vielfältige Teilhabe und kritische Bewusstseinsbildung in unserer Demokratie gestärkt werden? Eine Handvoll Highlights aus den diesjährigen Fördertätigkeiten sind:

| Programmbereich Wirtschaft & Demokratie: Gemeinsam mit der NGO Mehr Demokratie e.V. hat die Schöpflin Stiftung das auf Bundesebene bisher einmalige Projekt »Bürgerrat Demokratie« initiiert. 160 zufällig ausgeloste Bundesbürger*innen haben im Rahmen eines viertägigen Bürgerrats 22 Empfehlungen ausgearbeitet, wie unsere Demokratie gestärkt werden könnte. Dieses Bürgergutachten wurde am »Tag für die Demokratie« am 15. November feierlich an den Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble übergeben.

| Programmbereich Flucht & Integration: Wir haben uns im vergangenen Jahr intensiv mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Integration auseinandergesetzt und werden diese Arbeit im kommenden Jahr fortsetzen. In diesem Zusammenhang wurde z.B. die Zusammenarbeit mit unserer Partnerin Kiron verlängert. Kiron ermöglicht Geflüchteten Zugang zu Hochschulbildung und schafft damit wichtige Integrationsvoraussetzungen. Im Programm »Perspektive: (neu)Start« zur Vernetzung von Gründungsunterstützungsprogrammen für die selbstständige Erwerbstätigkeit von Geflüchteten wurden die entscheidenden Weichen gestellt, um im kommenden Jahr die Advocacy-Arbeit für diese Ansätze zu intensivieren.

| Programmbereich Schule & Entwicklung: Neben den lokalen Aktivitäten, wie dem Pädagogischen Forum im Februar, war die im November angekündigte Planung und Gründung einer eigenen Grundschule auf dem FABRIC-Areal in Brombach ein ganz wichtigr Meilenstein für uns. Mehr im nächsten Jahr.

| Programmbereich gemeinnütziger Journalismus: Am diesjährigen Campfire Festival in Düsseldorf, das von unserem Förderpartner CORRECTIV organisiert wurde, sind mehrere Tausend Menschen zusammengekommen, um sich in Workshops zu Journalismus und Demokratie auszutauschen. Auch die Schöpflin Stiftung hat in einem eigenen Zelt ein Programm zum Thema »Flucht & Journalismus« angeboten – ein voller Erfolg!

Die Stiftung ist in vielen Bereichen aktiv und möchte mit ihrem Wirken immer auch neue Plattformen des Austausches und der Begegnung schaffen. Dies hat sie lokal vor allem mit dem Beteiligungsprojekt FABRIC geschafft. Aus den in der »Wunschproduktion« eingereichten über 1.600 Beiträgen für die Gestaltung und Nutzung des Stiftungsgeländes, wurden im Sommer bereits erste Möglichkeiten umgesetzt. Dabei hat sich gezeigt, dass das Angebot besonders von jungen Familien als Treffpunkt genutzt wird und viele Kinder für die eigens gebaute BobbyCar-Strecke zum Spielen kommen. Im nächsten Jahr geht das Projekt in die nächste Phase der Konkretisierung.

Die Zielsetzung der Stiftung, kritischen Austausch zu ermöglichen, lebt die Stiftung auch in ihrer eigenen Arbeitsweise. Da wir uns als lernende Stiftung verstehen, haben wir in diesem Jahr erstmalig eine Partnerbefragung durchgeführt, und bei unseren Förderpartner*innen sowie Critical Friends Feedback zu unserer Fördermethodik und Rolle als Stiftung eingeholt. Denn wer sich verbessern will, muss Schwachstellen und Entwicklungspotential erkennen.

Für die gute Zusammenarbeit, den konstruktiven Austausch und das Engagement all unserer Partner*innen möchten wir uns herzlich bedanken! Wir wünschen besinnliche Feiertage und einen energetischen Start ins neue Jahr!

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