Grafik: Liane Haug


Best Practices der Gründungsberatung für Geflüchtete

27.01.21

Gelingensfaktoren für die Gründungsberatung für Neuzugewanderte mit Fluchterfahrung zu identifizieren, dieses Ziel hat sich die Schöpflin Stiftung mit dem Netzwerk »Perspektive neuStart« gesetzt. Gründer*innen sollen Raum bekommen ihre Potenziale zu entfalten und dabei unterstützt werden, ihre Idee weiterzuentwickeln, um diese Schritt für Schritt in eine beständige Unternehmung zu überführen. Gemeinsam mit vier Partner*innen aus der Beratungspraxis, der Fitt gGmbH in Saarbrücken, dem Grünhof in Freiburg, dem leetHub St. Pauli in Hamburg und SINGA Deutschland in Berlin sowie unter wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim ist das Netzwerk 2017 in einen engen Erfahrungsaustausch getreten.

Die Ergebnisse dieser Kollaboration werden nun für die Beratungspraxis in einem Handbuch zugänglich gemacht, das in Kooperation der Schöpflin Stiftung mit den Netzwerkpartnern entstand.  Das Handbuch »Gründer*innen mit Fluchterfahrung – Ein Kompass für die Gründungsberatung und -weiterbildung« gibt einen Überblick über erprobte Best Practices entlang der Phasen Rekrutierung, Wissenstransfer, Markteintritt und Nachhaltigkeit. In einem breiten Konsultationsprozess mit über 15 weiteren Organisationen der Gründungsberatung sowie Unternehmer*innen wurden weitere Best-Practice-Beispiele erhoben und eingepflegt. Analog zum Handbuch wurde eine Kurzfassung in Plakatform für den Beratungsalltag entwickelt. Sowohl das Handbuch als auch das Plakat sind als Download frei verfügbar.

Abgesehen von diesen Empfehlungen aus der Praxis für die Praxis, setzt sich Perspektive neuStart auch für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Gründer*innen mit Fluchterfahrung und die Gründungsberatung ein. Im Oktober 2020 verständigte sich ein breites Bündnis aus Unternehmer*innen mit Fluchterfahrung sowie Vertreter*innen aus der Gründungsberatung, wissenschaftlichen Instituten und Stiftungen auf konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und öffentliche Institutionen. Das Empfehlungspapier dient als Grundlage, um Akteur*innen in Politik und Verwaltung gezielt zu adressieren und sie für die Chancen und Potenziale von Gründungen durch Geflüchtete zu sensibilisieren und Hürden abzubauen.

Die intensive Zusammenarbeit im Netzwerk Perspektive neuStart hat gezeigt, wie wertvoll der Erfahrungsaustausch vor allem beim Betreten von noch unbekanntem Terrain ist. Die Veröffentlichung des Handbuchs wird daher auch den Auftakt für eine virtuelle Austauschreihe bilden, bei dem sich die Bündnispartner*innen von Perspektive neuStart und Interessierte aus dem Sektor zu aktuellen Themen und Entwicklungen im Beratungsalltag austauschen.

Mehr Informationen zur virtuellen Austauschreihe und zu Perspektive neuStart auf www.perspektive-neustart.de

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