Unternehmerisch fördern

1. Unternehmerisch fördern mit sozialem Risikokapital


2. Institutionelle Förderung statt Projektfinanzierung


3. Trüffelschwein-Methode


4. Aktive Begleitung


5. Unsere Erwartungen: Wir suchen echte Partner.


6. Netzwerke stärken


7. Gemeinsam fördern


8. Prozess der Förderung


9. Lernende Stiftung



Lernende Stiftung


Im Jahr 2019 hat die Schöpflin Stiftung eine Partnerbefragung durchgeführt, um nach vier Jahren der Förderaktivität die eigene Förderstrategie und -methodik noch einmal ganz gezielt zu überprüfen. Für die Partnerbefragung wurden 82 aktuelle und ehemalige Förderpartner*innen sowie »Critical Friends« angeschrieben, von denen sich über 80 % beteiligt haben. Mit der Durchführung der Befragung haben wir einen externen Dienstleister, die Wider Sense GmbH, beauftragt. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass alle Angaben vollkommen anonym bleiben.

Grundsätzlich bestätigten die Ergebnisse der Partnerbefragung den von der Stiftung eingeschlagenen Weg und bestärken uns in unserem Selbstverständnis als »lernende Stiftung«, die Fehler einräumt und zulässt, unternehmerisch und pragmatisch handelt und dabei auch politisch Position bezieht. Auch wurden wir in dem Ziel gestärkt, die NGO und Sozialunternehmen in langjährigen Organisationsförderungen möglichst partnerschaftlich und auf Augenhöhe zu begleiten sowie die Förderung durch Capacity Building, Coaching und Vernetzung zu ergänzen.

Im Hinblick auf unsere Fördermethode und -strategie wurden allerdings auch Kritikpunkte, Anregungen und Wünsche geäußert. Die Ergebnisse der Partnerbefragung haben wir daher zum Anlass genommen, nicht nur unsere Fördermethodik und -strategie zu reflektieren, sondern auch die eigene Position als Stiftung schärfer zu konturieren und daraus weitere Schritte für die Zukunft abzuleiten. Folgende Hauptwünsche der Förderpartner*innen in Bezug auf den Förderprozess haben wir identifiziert:

  • Mehr Transparenz und Prozessklarheit während Förderanbahnung, Förderphase und Prolongation.
  • Klarheit über die wechselseitigen Erwartungen der Begleitung, auch über Capacity Building und Netzwerkarbeit.
  • Professionalisierung nicht nur auf Seiten der Förderpartner*innen, sondern auch bei den Ansprechpersonen in der Stiftung (Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen).

Wir glauben, in den wichtigsten Punkten grundsätzlich dasselbe Verständnis von einer gelungenen Partnerschaft zu haben wie unsere Förderpartner*innen. Eine solche lässt sich nur auf Basis eines vertrauensvollen Verhältnisses verwirklichen, wofür wiederum Transparenz, eine klare Kommunikation der gegenseitigen Erwartungen sowie eine auf beiden Seiten vorhandene Fehlertoleranz grundlegend sind.

PDF Download Ergebnisse der Partnerbefragung (Wider Sense)

Kontakt:
Anna Häßlin
E-Mail: anna.haesslin@remove-this.schoepflin-stiftung.de

Anknüpfend an die Kritikpunkte, Anregungen und Wünsche unserer Förderpartner*innen haben wir in 10 Grundprinzipien die Haltung der Schöpflin Stiftung in Förderpartnerschaften definiert. Darüber hinaus haben wir in unterschiedlichen Handlungsfeldern Veränderungen bzw. Anpassungen in unserer Fördermethodik und unseren Förderprozessen beschlossen. Diese umfassen u. a.:

Förderanbahnung:

  • Klare Prozesskommunikation durch die Programmleiter*innen sowie Festlegung von vier fixen Terminen im Jahr, bei denen Förderentscheidungen getroffen werden. Wir werden jedoch keinen festen Kriterienkatalog für eine Förderung formulieren, auch können wir keinen festen Zeitraum bis zur Entscheidungsreife nennen.

Förderzusage:

  • Gemeinsame Festlegung der zu erzielenden Meilensteine, gegenseitigen Erwartungen und Verantwortlichkeiten (z. B. bei Prolongationen etc.) anhand eines Leitfadens sowie Dokumentation der hier getroffenen Vereinbarungen.

Förderphase:

  • Klare Kommunikation und Abgleich der wechselseitigen Erwartungen. Gewährleistung von Planungssicherheit für die Förderpartner*innen durch frühzeitige Entscheidung über Prolongationen. Weiterentwicklung der Stiftungsexpertise durch Fortbildung der Programmleitungen (z. B. kaufmännischer Bereich und Organisationsentwicklung). Abstimmung über Erwartungen in Bezug auf Netzwerkarbeit. Langfristige Förderungen, denn Vertrauen braucht Zeit.

Capacity Building:

  • Wir sind fest überzeugt von der Bedeutung von Coaching und Capacity Building für die Weiterentwicklung einer Organisation. Unser Angebot solcher Maßnahmen kann daher in Zukunft Teil der Fördervereinbarung sein. Hier erfolgt jedoch ein Erwartungsabgleich mit den Wünschen und Bedarfen aus Sicht der Förderpartner*in.

Enge Begleitung:

  • Wir glauben weiterhin an den Mehrwert einer engen Begleitung unserer Förderpartner*innen. Die Programmleiter*innen handeln in der Rolle eines kritischen Sparringpartners, der die Entwicklung der Organisation sowie die vereinbarten Meilensteine im Blick hat und über Abweichungen (die nicht generell ausgeschlossen sind) im Gespräch bleibt.

Förderkonsortien:

  • Das Machtgefälle, das zwischen Fördergeber*innen und Geförderten besteht, können wir nicht grundsätzlich auflösen. Wir sind jedoch überzeugt, dass sich eine Partnerschaft auf Augenhöhe durch eine auf Vertrauen basierende langfristige Zusammenarbeit realisieren lässt. Ein guter Weg, die Abhängigkeit von Organisationen von einzelnen Geldgeber*innen zu verringern, besteht zudem in der Schaffung von Förderkonsortien.

Unsere Möglichkeiten als Stiftung zu einer gelungen Förderpartnerschaft beizutragen, sehen wir somit vor allem in einer engen, langfristigen Begleitung, die geprägt ist von Transparenz und Prozessklarheit und das Ziel hat, unsere Förderpartner*innen durch Vernetzung, Beratung und Capacity Building fest im Feld zu verankern.

PDF Download »Unsere Haltung in Förderpartnerschaften: 10 Grundprinzipien«

Kontakt:
Anna Häßlin
E-Mail: anna.haesslin@remove-this.schoepflin-stiftung.de



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Satzung