Gemeinnütziger Journalismus




Die Schöpflin Stiftung setzt sich mit all ihren Förderaktivitäten für eine kritische Bewusstseinsbildung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie für eine starke Demokratie und deren Weiterentwicklung ein. Für beides bedarf es einer informierten Gesellschaft – der Journalismus nimmt hierfür eine zentrale Rolle ein.

Aktuell ist der klassische Verlagsjournalismus in einer finanziellen und strukturellen Krise. Die öffentlich-rechtlichen Medien suchen ihre neue Rolle in einer sich immer stärker digitalisierenden Gesellschaft, in der etwa Personen unter 30 kaum mehr das Medium Fernsehen nutzen.

Den gemeinnützigen Journalismus halten wir in dieser Umbruchphase für eine notwendige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten. Während die großen Verlage wirtschaftlich immer mehr unter Druck geraten und öffentlich-rechtliche Sender immer stärker zum Mainstream tendieren, trägt ein weiteres Modell zur Vielfalt bei.

In Verbindung mit journalistischen Projekten und Initiativen möchten wir auch unternehmerische Aktivitäten unterstützen, die für eine weitere Entwicklung des gemeinnützigen Journalismus insgesamt dringend erforderlich sind.

Dazu gehört auch das Projekt »Haus des gemeinnützigen Journalismus«. Mit ihm wollen wir einen Ort schaffen, an dem  Vernetzung und Zusammenarbeit entstehen, so dass sich das Feld insgesamt weiterentwickeln kann.



Förderpartner & Projekte

Foto: NDR Jenny von Gagern

Fördersumme

10.000 €

Förderzeitraum

2019

Standort

Hamburg

Schlechte Nachrichten beherrschen die Medienlandschaften. Immer noch gilt der Grundsatz »bad news are good news« aus der Annahme heraus, dass sich damit besser Geld verdienen lässt. Konstruktiver Journalismus ist eine Haltung, die weiter denkt. Es geht darum, stärker über Zusammenhänge und auch Lösungsansätze bezogen auf Themen und Probleme zu berichten.

Die Schöpflin Stiftung unterstützt erstmals den Constructive Journalism Day. Am 14. Februar 2019 laden die Hamburg Media School und NDR Info zur eintägigen Fachkonferenz nach Hamburg ein.

Ziel der Konferenz ist es, das Konzept des konstruktiven Journalismus (»Constructive Journalism«) in all seinen Facetten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darzustellen. Die gegebenen Impulse, praxisrelevanten Fragestellungen und Übungen versetzen die CJD-Gäste in die Lage, gemeinsam im Austausch ergebnisorientiert in Richtung konstruktiver Journalismus zu denken.

In Key Notes von Tina Rosenberg (Autorin der New York Times und Mitbegründerin des Solutions Journalism Network) oder Oliver Reinhard (stellv. Feuilleton-Chef der Sächsischen Zeitung) werden Erfahrungen aus der Praxis vermittelt.

Förderpartner seit

2015

Aktuelle Fördersumme p.a.

150.000 €

Standort

Berlin, Essen

Webseite

correctiv.org

Co-Förderer

Adessium Foundation

Brost Stiftung

Rudolf Augstein Stiftung

Was macht CORRECTIV?

Die CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. CORRECTIV recherchiert langfristig zu Themen, die andere Medien zu wenig beachten. CORRECTIV will jeder Bürgerin und jedem Bürger Informationen geben, damit die Welt besser verstanden werden kann. Aus diesem Grund initiiert CORRECTIV außerdem ein Bildungsprogramm, um möglichst viele Menschen an der Aufklärung zu beteiligen.

Warum fördern wir CORRECTIV?

Freier Journalismus ist eine Grundvoraussetzung für unsere offene Gesellschaft und Demokratie. Dort wo die großen Verlage wirtschaftlich immer mehr unter Druck geraten und öffentlich-rechtliche Sender immer stärker zum Mainstream tendieren, trägt ein weiteres Modell zur Vielfalt bei. Correctiv setzt genau hier an und will investigativen und aufklärenden Journalismus für jeden Verlag, für jeden Sender in Deutschland zugänglich machen, damit die Medien ihrer Wächterfunktion nachkommen können.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Wir wollen gemeinsam mit CORRECTIV zu den grundsätzlichen Fragen unserer Gesellschaft arbeiten. Was wird aus unseren Kinder? Wie funktioniert das Zusammenleben der Zukunft? Wer hat wirklich die Macht in unserer Demokratie? 

Förderpartner seit

2019

Aktuelle Fördersumme p.a.

25.000 €

Standort

Maastricht/Niederlande

Webseite

ejc.net

Co-Förderer

Adessium Foundation

Bill & Melinda Gates Foundation

Democracy & Media Foundation

News Integrity Initiative

Open Society Foundations

u.a.

Was macht EJC?

Das 1992 gegründete European Journalism Centre (EJC) ist eine internationale gemeinnützige Organisation mit Sitz in den Niederlanden. Ziel des EJC ist es, Journalismus und Nachrichtenmedien im Interesse einer funktionierenden demokratischen Öffentlichkeit zu verbessern, zu stärken und zu unterstützen.


Warum fördern wir EJC?

Die Schöpflin Stiftung und das European Journalism Centre teilen die Überzeugung, dass freier Zugang zu Informationen und eine unabhängige Presse die Voraussetzung für eine offene Gesellschaft und ein Grundpfeiler der Demokratie sind. Das EJC stärkt die Widerstandskraft des europäischen Journalismus, indem es JournalistInnen vernetzt und sie mit neuen Ideen, Fähigkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zusammenbringt.


Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Das EJC, die Schöpflin Stiftung und andere Stiftungen kooperieren im Rahmen des Journalism Funders Forum (JFF). JFF ist eine offener Zusammenschluss europäischer Stiftungen und JournalistInnen, die gemeinsam daran arbeiten, effektivere und nachhaltige Finanzierungswege für unabhängigen Journalismus in Europa zu gewährleisten.

Förderpartner seit

2019

Aktuelle Fördersumme p.a.

50.000 €

Standort

Berlin

Webseite

FragDenStaat.de

Was macht FragDenStaat?

FragDenStaat.de ist die Plattform für Informationsfreiheit in Deutschland. Sie ermöglicht es allen Menschen, einfach und transparent Informationen von Behörden zu bekommen. Mit Kampagnen und strategischen Klagen verbessert FragDenStaat das Ökosystem der Informationsfreiheit und ermächtigt JournalistInnen, Initiativen und Privatpersonen, ihr Recht auf Informationen durchzusetzen.

Warum fördern wir FragDenStaat?

FragDenStaat ist digitale Infrastruktur für die Demokratie. Die Plattform verwirklicht somit das Ziel des Informationsfreiheitsgesetzes und schafft Transparenz. Damit wird die demokratische Meinungs- und Willensbildung verbessert und die Kontrolle staatlichen Handelns gestärkt.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Wir wollen, dass FragDenStaat noch mehr Menschen zugutekommt. Dazu entwickeln wir neue Kampagnen, zum Beispiel zur Befreiung von Umweltinformationen, bauen die Funktionen der Plattform weiter aus und reichen neue strategische Klagen für die Informationsfreiheit ein.

News
Dauer

Bauzeit noch offen.

Standort

Berlin

Was ist das Haus des gemeinnützigen Journalismus?

Die Schöpflin Stiftung entwickelt in Berlin einen Ort, an dem Menschen lernen, wie sie Informationen sammeln, aufbereiten und verbreiten können. Ein Ort, an dem Menschen Medien machen. Ein Ort für Vernetzung und ein Ort für die Zukunft. Auf rund 5000 Quadratmetern und mehreren Etagen werden Redaktionen, Co-Working-Arbeitsplätze, Wohn- und Rückzugsräume, ein Café und Veranstaltungsflächen geschaffen. Die Fusion von Kreativen aus allen Sparten – von IllustratorInnen über Medienschaffende hin zu ProgrammiererInnen, von TheaterautorInnen über Filmschaffende bis hin zu LehrerInnen – eröffnet Perspektiven für ganz neue Formen und Produkte des gemeinnützigen Journalismus. Außerdem werden so über 200 Arbeitsplätze geschaffen und dauerhaft gesichert.

Warum sehen wir den Bedarf?

Freier und gemeinnütziger Journalismus braucht Infrastruktur und Vernetzungsmöglichkeiten. Dabei können Synergien genutzt und Kompetenzen ausgetauscht werden. Gleichzeitig folgt der Bau des Hauses für gemeinnützigen Journalismus der Idee, der kritischen Öffentlichkeit einen Raum zu geben.

Was wollen wir damit erreichen?

Mit dem Haus des gemeinnützigen Journalismus wollen wir einen Ort schaffen, an dem Vernetzung und Zusammenarbeit ermöglicht wird und sich das Feld insgesamt weiterentwickeln kann. Neben der Ausrichtung auf Bedürfnisse regionaler und lokaler Medien soll die europäische Öffnung des Hauses für internationale Impulse sorgen.

Förderpartner seit

2018

Aktuelle Fördersumme p.a.

50.000 €

Standort

Deutschland, Italien, Großbritannien, Norwegen, Frankreich, Portugal, Polen, Griechenland

Webseite

investigate-europe.eu

Co-Förderer

Böckler-Stiftung

Fritt Ord Foundation

GLS Treuhand

Open Society Foundations

Rudolf Augstein Stiftung

u.a.

Was macht Investigate Europe?

Neun investigative Journalisten aus acht Ländern recherchieren gemeinsam Themen, die europaweit gesellschaftlich und politisch von starker Bedeutung sind. Die Ergebnisse der Recherchen werden gemeinsam veröffentlicht und über Medienpartner in ganz Europa weiter verbreitet. Zu den Medienpartnern von Investigate Europe gehören u.a. der Tagesspiegel, Publico, Aftenbladet, Newsweek Polska, Il Corriere della Sera oder der Falter.

Warum fördern wir Investigate Europe?

Die Komplexität von Themen, die unsere Gesellschaft über nationalstaatliche Grenzen hinweg betreffen nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig ist es für die Menschen immer schwieriger, den Überblick zu behalten und an relevante Informationen zu kommen. Um unsere Gesellschaft demokratisch mitzugestalten braucht es aber eine urteilsfähige Gesellschaft. Investigative Europe arbeitet daran, dies zu ermöglichen.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass die Recherchen von Investigate Europe einer noch größeren Zielgruppe auf dem gesamten Kontinent zugänglich gemacht werden. Neben dem Ausbau der Medienpartnerschaften in den einzelnen Ländern, bedeutet das vor allem eine weitere Professionalisierung und Entwicklung der internen Strukturen von Investigate Europe.

Förderpartner seit

2016

Aktuelle Fördersumme p.a.

100.000 €

Standort

Berlin

Webseite

netzwerkrecherche.org

Co-Förderer

Rudolf Augstein Stiftung

Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Bundeszentrale für politische Bildung

u.a.

Was macht netzwerk recherche?

netzwerk recherche e.V. wurde 2001 von Journalisten gegründet, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus in Deutschland zu stärken. 2017 unterstützten mehr als 800 Mitglieder aus allen Mediensparten die Aktivitäten des gemeinnützigen Vereins. Um Recherchetechniken zu vermitteln, veranstaltet der Verein Tagungen – wie die von rund 900 Journalisten besuchte nr-Jahreskonferenz – und veröffentlicht Publikationen. Direkt fördert netzwerk recherche die journalistische Arbeit mit Recherchestipendien und Stipendien für journalistisch-unternehmerische Vorhaben.

Warum fördern wir netzwerk recherche?

Durch die Förderpartnerschaft mit Netzwerk Recherche e.V. sehen wir die Möglichkeit, investigativen und gemeinnützigen Journalismus weiter zu stärken und auszubauen und damit gemeinnützigen Journalismus neben dem Verlagsjournalismus und öffentlich-rechtlichen Medien als dritte und wichtige Säule zu etablieren.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Zusammen wollen wir neue Wege zur Gründung und Finanzierung gemeinnütziger journalistischer Projekte aufzeigen. Das gemeinsame Grow-Stipendienprogramm unterstützt Start-ups im Non-Profit-Journalismus bei der Verwirklichung ihrer Vorhaben.

News

Ehemalige Förderungen

Foto: KU Kreatives Unternehmertum

Fördersumme

12.500 €

Förderzeitraum

2018

Standort

München

Webseite

www.kreatives-unternehmertum.com

Was macht die KU Kreatives Unternehmertum gGmbH?

Die KU Kreatives Unternehmertum gGmbH hat sich der unternehmerischen Bildung verschrieben und steht für einen neuen Bildungsansatz im Sinne des Gesellschaftsgestaltertums. Darunter versteht sie ein am Gemeinwohl orientiertes unternehmerisches Wirken von Organisationen und Individuen in, mit und für die Gesellschaft. Mit eigenen Bildungsräumen betreibt sie Grundlagenforschung für eine lebenswerte Zukunft und gestaltet gemeinsam mit anderen Pionieren Bildungsformate für Gesellschaftsgestalter – interdisziplinär und intergenerational.

Warum fördern wir die Fachtagung »Lokaljournalismus und Demokratie«?

Journalismus, so scheint es, ist kein erfolgreiches Geschäftsmodell mehr. Es geht um Aufmerksamkeit und Reichweiten, weniger um Information. In der digitalen Welt platzieren Unternehmen ihre Werbemittel dort, wo viele Mausklicks locken. Da droht der Journalismus zur Restgröße zu werden und damit der Verlust von demokratischer Meinungsbildung und Vielfalt. Lokale Medien ermöglichen BürgerInnen demokratische Teilnahme, garantieren öffentliche Kontrolle, tragen zur Identität mit der lokalen Umwelt bei und setzen sogar ein Korrektiv gegen das globale Wirkungsnetz. Lokaljournalismus spielt also eine zentrale Rolle für die Zukunft unserer Demokratie.

Was haben wir gemeinsam erreicht?

Ziel der Fachtagung »Lokaljournalismus und Demokratie« am 18. Oktober 2018 war eine Neuentdeckung des Lokaljournalismus als Ausdruck unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung durch multiple Perspektiven. Dabei stand die Frage im Fokus, wie dieser Journalismus finanziert und organisiert werden kann, wenn die alten Funktionsweisen nicht mehr gelten. Rund 100 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Bereichen diskutierten Modelle neuer Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bürgergesellschaft und öffentlich-rechtlichem Rundfunk. 

Fördersumme p.a.

Ø 29.500 €

Förderzeitraum

2017-2018

Standort

Berlin

Webseite

noahsfund.org

Was macht die Noah Foundation?

In den meisten Medien überwiegen Beiträge mit negativem Fokus. Studien zeigen, dass dies zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität  und unnötigem Pessimismus führt. Die Noah Foundation fördert deshalb Journalismus, der sich auf Chancen und Lösungen konzentriert. Damit trägt sie zu einer ausgeglicheneren Weltsicht der LeserInnen bei und stärkt ihre Motivation, sich konstruktiv zu engagieren.

Warum fördern wir die Noah Foundation?

Hochwertiger, konstruktiver Journalismus leistet einen Beitrag zu einer zuversichtlichen und verantwortungsvollen Gestaltung der Gesellschaft. Es ist deshalb wichtig, ihn stärker als Bestandteil der öffentlichen Meinungsbildung zu etablieren.

Was haben wir gemeinsam erreicht?

Gemeinsam haben wir die Förderung von lösungsorientiertem Journalismus gestärkt und ausgebaut. Dabei hat die Noah Foundation nicht nur auf bewährte Formate wie Stipendien für Journalisten gesetzt, sondern auch ihre innovative Good News App entwickelt. 

News

Kontakt

Lukas Harlan
Programmleitung Gemeinnütziger Journalismus
Nächstes Thema

Schöpflin Biotop