Gemeinnütziger Journalismus




Die Schöpflin Stiftung setzt sich mit all ihren Förderaktivitäten für eine kritische Bewusstseinsbildung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie für eine starke Demokratie und deren Weiterentwicklung ein. Für beides bedarf es einer informierten Gesellschaft – der Journalismus nimmt hierfür eine zentrale Rolle ein.

Aktuell ist der klassische Verlagsjournalismus in einer finanziellen und strukturellen Krise. Die öffentlich-rechtlichen Medien suchen ihre neue Rolle in einer sich immer stärker digitalisierenden Gesellschaft, in der etwa Personen unter 30 kaum mehr das Medium Fernsehen nutzen.

Den gemeinnützigen Journalismus halten wir in dieser Umbruchphase für eine notwendige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten. Während die großen Verlage wirtschaftlich immer mehr unter Druck geraten und öffentlich-rechtliche Sender immer stärker zum Mainstream tendieren, trägt ein weiteres Modell zur Vielfalt bei.

In Verbindung mit journalistischen Projekten und Initiativen möchten wir auch unternehmerische Aktivitäten unterstützen, die für eine weitere Entwicklung des gemeinnützigen Journalismus insgesamt dringend erforderlich sind.

Dazu gehört auch das Projekt »Haus des gemeinnützigen Journalismus«. Mit ihm wollen wir einen Ort schaffen, an dem  Vernetzung und Zusammenarbeit entstehen, so dass sich das Feld insgesamt weiterentwickeln kann.



Förderpartner & Projekte

Fördersumme p.a.

Ø 50.000 €

Förderzeitraum

2018

Standort

Deutschland, Italien, Großbritannien, Norwegen, Frankreich, Portugal, Polen, Griechenland

Webseite

investigate-europe.eu

Co-Förderer

Böckler-Stiftung

Fritt Ord Foundation

GLS Treuhand

Open Society Foundation

Rudolf Augstein Stiftung

u.a.

Was macht Investigate Europe?

Neun investigative Journalisten aus acht Ländern recherchieren gemeinsam Themen, die europaweit gesellschaftlich und politisch von starker Bedeutung sind. Die Ergebnisse der Recherchen werden gemeinsam veröffentlicht und über Medienpartner in ganz Europa weiter verbreitet. Zu den Medienpartnern von Investigate Europe gehören u.a. der Tagesspiegel, Publico, Aftenbladet, Newsweek Polska, Il Corriere della Sera oder der Falter.

Warum fördern wir Investigative Europe?

Die Komplexität von Themen, die unsere Gesellschaft über nationalstaatliche Grenzen hinweg betreffen nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig ist es für die Menschen immer schwieriger, den Überblick zu behalten und an relevante Informationen zu kommen. Um unsere Gesellschaft demokratisch mitzugestalten braucht es aber eine urteilsfähige Gesellschaft. Investigative Europe arbeitet daran, dies zu ermöglichen.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass die Recherchen von Investigate Europe einer noch größeren Zielgruppe auf dem gesamten Kontinent zugänglich gemacht werden. Neben dem Ausbau der Medienpartnerschaften in den einzelnen Ländern, bedeutet das vor allem eine weitere Professionalisierung und Entwicklung der internen Strukturen von Investigate Europe.



Fördersumme p.a.

Ø 145.000 €

Förderzeitraum

2015-2018

Standort

Berlin, Essen

Webseite

correctiv.org

Co-Förderer

Adessium Foundation

Brost Stiftung

Rudolf Augstein Stiftung

Was macht CORRECTIV?

Die CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft gemeinnützige GmbH ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. CORRECTIV recherchiert langfristig zu Themen, die andere Medien zu wenig beachten. CORRECTIV will jeder Bürgerin und jedem Bürger Informationen geben, damit die Welt besser verstanden werden kann. Aus diesem Grund initiiert CORRECTIV außerdem ein Bildungsprogramm, um möglichst viele Menschen an der Aufklärung zu beteiligen.

Warum fördern wir CORRECTIV?

Freier Journalismus ist eine Grundvoraussetzung für unsere offene Gesellschaft und Demokratie. Dort wo die großen Verlage wirtschaftlich immer mehr unter Druck geraten und öffentlich-rechtliche Sender immer stärker zum Mainstream tendieren, trägt ein weiteres Modell zur Vielfalt bei. Correctiv setzt genau hier an und will investigativen und aufklärenden Journalismus für jeden Verlag, für jeden Sender in Deutschland zugänglich machen, damit die Medien ihrer Wächterfunktion nachkommen können.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Wir wollen gemeinsam mit CORRECTIV zu den grundsätzlichen Fragen unserer Gesellschaft arbeiten. Was wird aus unseren Kinder? Wie funktioniert das Zusammenleben der Zukunft? Wer hat wirklich die Macht in unserer Demokratie? 



Dauer

Bauzeit noch offen. Baubeginn 2018

Standort

Berlin

Kosten

ca. 25 Mio. €

Webseite

haus-des-journalismus.de

Was ist das Haus des gemeinnützigen Journalismus?

Ab 2018 entsteht in Berlin ein Ort, an dem Menschen lernen, wie sie Informationen sammeln, aufbereiten und verbreiten können. Ein Ort, an dem Menschen Medien machen. Ein Ort für Vernetzung und ein Ort für die Zukunft. Auf rund 500 Quadratmetern und mehreren Etagen werden Redaktionen, Co-Working-Arbeitsplätze, Wohn- und Rückzugsräume, ein Café, ein Restaurant und Veranstaltungsflächen geschaffen. Die Fusion von Kreativen aus allen Sparten – von IllustratorInnen über Medienschaffende hin zu ProgrammiererInnen, von TheaterautorInnen über Filmschaffende bis hin zu LehrerInnen – eröffnet Perspektiven für ganz neue Formen und Produkte des gemeinnützigen Journalismus. Außerdem werden so über 200 Arbeitsplätze geschaffen und dauerhaft gesichert.

Warum sehen wir den Bedarf?

Freier und gemeinnütziger Journalismus braucht Infrastruktur und Vernetzungsmöglichkeiten. Dabei können Synergien genutzt und Kompetenzen ausgetauscht werden. Gleichzeitig folgt der Bau des Hauses für gemeinnützigen Journalismus der Idee, der kritischen Öffentlichkeit einen Raum zu geben.

Was wollen wir damit erreichen?

Mit dem Haus des gemeinnützigen Journalismus wollen wir einen Ort schaffen, an dem Vernetzung und Zusammenarbeit ermöglicht wird und sich das Feld insgesamt weiterentwickeln kann. Neben der Ausrichtung auf Bedürfnisse regionaler und lokaler Medien soll die europäische Öffnung des Hauses für internationale Impulse sorgen.



Fördersumme

12.500 €

Förderzeitraum

2018

Standort

München

Webseite

www.kreatives-unternehmertum.com

Was macht die KU Kreatives Unternehmertum gGmbH?

Die KU Kreatives Unternehmertum gGmbH hat sich der unternehmerischen Bildung verschrieben und steht für einen neuen Bildungsansatz im Sinne des Gesellschaftsgestaltertums. Darunter versteht sie ein am Gemeinwohl orientiertes unternehmerisches Wirken von Organisationen und Individuen in, mit und für die Gesellschaft. Mit eigenen Bildungsräumen betreibt sie Grundlagenforschung für eine lebenswerte Zukunft und gestaltet gemeinsam mit anderen Pionieren Bildungsformate für Gesellschaftsgestalter – interdisziplinär und intergenerational.

Warum fördern wir die Fachtagung „Lokaljournalismus und Demokratie“?

Lokale Medien ermöglichen Bürgern demokratische Teilnahme, garantieren öffentliche Kontrolle, tragen zur Identität mit der lokalen Umwelt bei und setzen sogar ein Korrektiv gegen das globale Wirkungsnetz. Doch wie wird dieser Journalismus finanziert und organisiert, wenn die alten Funktionsweisen nicht mehr gelten? Am 18.10.2018 werden rund 100 Teilnehmende aus unterschiedlichsten Bereichen über diese Frage nachdenken und Modelle neuer Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bürgergesellschaft und öffentlich-rechtlichem Rundfunk diskutieren. Wir fördern die Fachtagung, weil Lokaljournalismus eine zentrale Rolle für die Zukunft unserer Demokratie spielt.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Journalismus, so scheint es, ist kein erfolgreiches Geschäftsmodell mehr. Es geht um Aufmerksamkeit und Reichweiten, weniger um Information. In der digitalen Welt platzieren Unternehmen ihre Werbemittel dort, wo viele Mausklicks locken. Da droht der Journalismus zur Restgröße zu werden und damit der Verlust von demokratischer Meinungsbildung und Vielfalt. Ziel der Fachtagung „Lokaljournalismus und Demokratie“ ist eine Neuentdeckung des Lokaljournalismus als Ausdruck unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung durch multiple Perspektiven.

Foto: KU Kreatives Unternehmertum

Fördersumme p.a.

Ø 25.000 €

Förderzeitraum

2016-2018

Standort

Berlin

Webseite

netzwerkrecherche.org

Co-Förderer

Rudolf Augstein Stiftung

Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Bundeszentrale für politische Bildung

u.a.

Was macht netzwerk recherche?

netzwerk recherche e.V. wurde 2001 von Journalisten gegründet, um die journalistische Recherche und den Qualitätsjournalismus in Deutschland zu stärken. 2017 unterstützten mehr als 800 Mitglieder aus allen Mediensparten die Aktivitäten des gemeinnützigen Vereins. Um Recherchetechniken zu vermitteln, veranstaltet der Verein Tagungen – wie die von rund 900 Journalisten besuchte nr-Jahreskonferenz – und veröffentlicht Publikationen. Direkt fördert netzwerk recherche die journalistische Arbeit mit Recherchestipendien und Stipendien für journalistisch-unternehmerische Vorhaben.

Warum fördern wir netzwerk recherche?

Durch die Förderpartnerschaft mit Netzwerk Recherche e.V. sehen wir die Möglichkeit, investigativen und gemeinnützigen Journalismus weiter zu stärken und auszubauen und damit gemeinnützigen Journalismus neben dem Verlagsjournalismus und öffentlich-rechtlichen Medien als dritte und wichtige Säule zu etablieren.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Zusammen wollen wir neue Wege zur Gründung und Finanzierung gemeinnütziger journalistischer Projekte aufzeigen. Das gemeinsame Grow-Stipendienprogramm unterstützt Start-ups im Non-Profit-Journalismus bei der Verwirklichung ihrer Vorhaben.

News
Fördersumme p.a.

Ø 29.500 €

Förderzeitraum

2017-2018

Standort

Berlin

Webseite

noahsfund.org

Was macht die Noah Foundation?

In den meisten Medien überwiegen Beiträge mit negativem Fokus. Studien zeigen, dass dies zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität  und unnötigem Pessimismus führt. Die Noah Foundation fördert deshalb Journalismus, der sich auf Chancen und Lösungen konzentriert. Damit trägt sie zu einer ausgeglicheneren Weltsicht der LeserInnen bei und stärkt ihre Motivation, sich konstruktiv zu engagieren.

Warum fördern wir die Noah Foundation?

Hochwertiger, konstruktiver Journalismus leistet einen Beitrag zu einer zuversichtlichen und verantwortungsvollen Gestaltung der Gesellschaft. Es ist deshalb wichtig, ihn stärker als Bestandteil der öffentlichen Meinungsbildung zu etablieren.

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Gemeinsam wollen wir die Förderung von lösungsorientiertem Journalismus stärken und ausbauen. Dabei setzt die Noah Foundation nicht nur auf bewährte Formate wie Stipendien für Journalisten, sondern etwa auch auf eine innovative Good News App. 

News


Kontakt

Lukas Harlan
Programmleitung Gemeinnütziger Journalismus
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