Kultur und Kunst erleben, selbst kreativ sein, Bewegungs- und Spielangebote nutzen, essen und trinken, lesen und nachdenken, sich mit anderen treffen und austauschen – all das wird Platz finden im neuen Gebäude und Park auf dem künftigen Schöpflin Campus im Lörracher Ortsteil Brombach. Zum symbolischen Spatenstich am 9. Dezember 2025 im »Dreiländereck« von Deutschland, Schweiz und Frankreich kamen neben Mitarbeitenden der Stiftung und zahlreichen Anwohner:innen die Lörracher Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic sowie Ortsvorsteherin Silke Herzog, Ulrike Dix, Partnerin des für die Entwurfsplanung verantwortlichen Berliner Büros AFF Architekten, und Johann Senner, Chef der für den künftigen Park verantwortlichen Planstatt Senner aus Überlingen, zusammen.
Auf dem derzeitigen FABRIC-Gelände soll ein »Haus für alle« entstehen. »Wir wollen einen Ort schaffen, der alle zwischen einem und 99 Jahren anspricht: Menschen aus der Nachbarschaft und aus der gesamten Stadt, Kulturinteressierte, Engagierte und viele mehr«, sagte Stifter Hans Schöpflin. »Wir wünschen uns, dass die Menschen diesen neuen Ort wie ein verlängertes Wohnzimmer annehmen«, beschreibt Tim Göbel, geschäftsführender Vorstand, die verschiedenen Nutzungsideen für das neue Areal.
Das neue Gebäude an der Franz-Ehret-Straße wird insgesamt sieben Stockwerke und ein Untergeschoss umfassen. Es wird im Wesentlichen als Holzbaukonstruktion errichtet. Da es in einem Erdbebengebiet liegt, werden aussteifende Kerne und Gerüste in Massivbauweise ausgeführt. Das Erd- und 1. Obergeschoss bilden einen transparenten Sockel, der sich zur Parklandschaft hin öffnet. Während in den oberen Geschossen Gäste-Apartments, Büros der Schöpflin Stiftung und ihrer Einrichtungen, das Hausarztzentrum Brombach sowie ein bis zweiweitere Arztpraxen einziehen werden, sind in den unteren Etagen Angebote für die Allgemeinheit vorgesehen. Das Herz des Hauses bildet der flexibel bespielbare, zweigeschossige Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Sie bietet rund zweihundert Gästen Platz. Dazu wird es unter anderem ein Forscher:innenlabor für Schüler:innen sowie Workshopräume geben, einen Projektraum, den örtliche Initiativen und Vereine nutzen können, sowie ein Café mit einem ganztägigen kulinarischen Angebot.
Der neue großflächige Park wird viel Raum für Bewegung und Begegnung bieten. In die naturnahe Bepflanzung mit offener Wegführung werden verschiedene Sport- und Spielangebote sowie eine Wasserfläche integriert. Dieses sogenannte »Wetland« sorgt als zentrale Wasserfläche für Abkühlung im Sommer und nutzt jeden Regentropfen, der hier auf dem Areal fällt
Dem jetzigen Bauvorhaben vorangegangen war ein partizipativ-kreativer Planungsprozess, bei dem Anwohner:innen und Bürger:innen aus Lörrach, Stiftungsmitarbeiter:innen, aber auch Gäste dazu aufgerufen waren, ihre Wünsche und Ideen für Bebauung und Gelände einzubringen. So kamen über 1.600 Vorschläge zusammen und flossen in die Planung ein. Vielen Vorschlägen gemeinsam war der Wunsch nach Orten für Begegnung, für Gemeinschaft und Engagement, nach Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sowie nach Aufenthaltsqualität im Außenraum.
Der Spatenstich markiert nun den Start des Bauprojekts, kurz bevor im Januar die Bagger anrollen und die Baugrube für das neue Gebäude ausgehoben wird. Voraussichtlich im Frühjahr beginnen die Rohbauarbeiten. Die Projektsteuerung und Bauüberwachung vor Ort übernimmt das Büro Ernst². Die Arbeiten für den Park starten in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die Fertigstellung für Haus und Park ist für Ende 2027 geplant.