Flow Fund für Ostdeutschland

Der Flow Fund ist ein Fonds, der demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ostdeutschland stärkt. Anstatt wie üblich die Mittelvergabe zentral zu steuern, geben wir die Verantwortung direkt in die Hände junger, lokaler Changemaker: den sogenannten Flow Fundern. Die Konzeption, Finanzierung und Umsetzung des Fonds erfolgt in Kooperation mit der Kinnings Foundation. 

Flow Fund, gefördert durch die Schöpflin Stiftung
Foto: Franziska Bausch

Was wir mit dieser neuen Form des Gebens erreichen möchten:  

  • die Fördermittel in den ostdeutschen Ländern möglichst effektiv einsetzen und damit Demokratie, Partizipation und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
  • vertrauensvolle Beziehungen zu Engagierten in Ostdeutschland aufbauen und daraus für unsere weitere Arbeit lernen.
  • junge Engagierte durch die prägende Erfahrung des Geldgebens stärken.
  • unsere Erfahrungen mit anderen Geberorganisationen teilen und so Mut für partizipatives Geben machen. 

Individuelle Vergabestrategie

Die Flow Funder sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, leben in ostdeutschen Bundesländern und sind dort ehrenamtlich oder unternehmerisch aktiv. Für das Programm bewerben können sich die Menschen, die bereits als Teilnehmende der »Kinnings Academy« ausgewählt sind, ein Nachwuchsführungskräfteprogramm der Kinnings Foundation. Jeder Flow Funder erhält 25.000 Euro Fördermittel, die er oder sie vergeben darf, sowie ein Honorar in Höhe von 5.000 Euro für seine oder ihre Tätigkeit.

Die Auswahlkriterien für die Vergabe des Geldes entwickeln die Flow Funder selbst. Dazu durchlaufen sie ein Trainingsprogramm (Curriculum) über mehrere Monate. Mithilfe fachlichen Input von externen Referent:innen erweitern die Flow Funder in dieser Vorbereitungsphase ihr Wissen über Philanthropie, Förderkriterien und Förderpraxis. Außerdem gibt es Raum für gegenseitige Beratung und Reflexion. Die Stiftungen unterstützen mit ihrer Expertise bei der Entwicklung einer reflektierten Vergabestrategie und moderieren den Reflexionsraum.  

Curriculum zur Entwicklung einer eigenen Vergabestrategie der Flow Funder

Der Flow Fund wächst

Im Jahr 2024 wählten wir gemeinsam mit der Kinnings Foundation einen Pilotjahrgang aus, bestehend aus einer kleinen Gruppe von neun Flow Fundern und ausgestattet mit Fördermitteln in Höhe von 225.000 Euro. Mit dem neuen Konzept haben wir weitere Förderer überzeugt, sodass für die zweite Auflage 2025/2026 insgesamt 425.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung standen, die 17 Flow Funder an Projekte und Organisationen ihrer Wahl vergaben. Im Herbst 2026 geht der Flow Fund in die dritte Runde

  • Mehr erfahren

    Um das Potenzial des Flow Funds als vielversprechendes, partizipatives Mittelvergabe-Modell zu veranschaulichen und andere zu inspirieren, haben wir unsere Erkenntnisse und Empfehlungen aus dem Pilotjahrgang in einem Evaluationsberichte festgehalten. Dieser steht hier zum Download zur Verfügung:

Stimmen von Flow Fundern

Flow Funderin Karolin Jäschke | Foto: Franziska Bausch

»Im Flow Fund bündeln sich viele – auch spezifisch ostdeutsche – Herausforderungen: Wer verfügt über Kapital, warum, und was macht Macht mit uns? Wie verteilen wir knappe Ressourcen wirkungsvoll? Und: Wie befähigen wir Menschen, Teil einer progressiven, resilienten Gesellschaft zu sein? Ein Teil des Flow Fund zu sein ist ein großes Privileg. Es ist ungewohnt und zugleich empowernd, plötzlich in der Rolle der Gebenden zu stehen. Philanthropie findet oft, trotz bester Absichten, im Elfenbeinturm statt. Unser Projekt zeigt, dass partizipative Fördermodelle nicht nur möglich, sondern notwendig sind, damit Geld dort ankommt, wo es am meisten bewirkt. Das Gefühl bleibt: Hier bewegt sich etwas!«

Karolin Jäschke (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funder Muntazar Al-Jassani | Foto: Franziska Bausch

»Durch den Flow Fund fühle ich mich bestärkt, Verantwortung zu übernehmen und meine Perspektive aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.«

Muntazar Al-Jassani (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funder Christopher Seifert

»Zusammengefasst: was für eine krasse Erfahrung! Das Vertrauen der Stiftungen in die Expertise und die Entscheidungen der Menschen vor Ort hat mich stark inspiriert. Es war beeindruckend, eigenverantwortlich über 25.000 € entscheiden zu dürfen und zu sehen, wie durch das vermittelte Fachwissen und die eigenen Kenntnisse über die Initiativen wertvolle und wirkungsorientierte Impulse gesetzt werden können. Ich wünsche mir, dass der Flow Fund andere Stiftungen ermutigt, innovative Ansätze der Mittelvergabe zu wagen und auf das Wissen der Menschen vor Ort zu setzen.«

Christopher Seifert (Flow Funder 2024)

Flow Funderin Anja Hirschfelder | Foto: Franziska Bausch

»Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil des Flow-Funds sein durfte. Es war eine wertschätzende und bereichernde Erfahrung. Der Flow Fund zeigt für mich eine neue Art des Wirtschaftens: Er bewegt nicht nur Kapital, sondern zeigt Haltung. Es geht um Vertrauen, gemeinsames Lernen und darum, Geld so einzusetzen, dass es langfristig Sinn stiftet.«

Anja Hirschfelder (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funder Marvin Stark | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund verbindet Vision mit Realität – finanzielle und ideelle Förderung findet da statt, wo Ideen wichtiger sind als gute Anträge.«

Marvin Stark (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funder Eric Klausch

»Der Flow Fund stellt (endlich!) die gängige Förderpraxis auf den Kopf! Junge Menschen vor Ort in Ostdeutschland entscheiden, wo Gelder hingehen – und dabei zählen Vertrauen und Wirksamkeit, statt Antragsprosa und Ordner voller Abrechnungen. Es ist ein Baustein in der selbstbestimmten Identitätsfindung der ostdeutschen Zivilgesellschaft.«

Eric Klausch (Flow Funder 2024)

Flow Funder Max Schubert | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund Ostdeutschland setzt auf das Wissen und die Erfahrungen derjenigen, die vor Ort wirken. Statt überkomplizierter Antragspflichten stehen Netzwerk, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung an erster Stelle. Dieser innovative Ansatz markiert einen wegweisenden Paradigmenwechsel in der Förderlandschaft. So sieht gelebte Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements im Osten aus!«

Max Schubert (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funderin Caroline Lyle

»Vertrauen und Verantwortung werden zur Grundlage der Mittelvergabe: Als Flow Funder:innen sorgen wir dafür, dass Bedarfe und Potenziale unserer lokalen Communities in Ostdeutschland erkannt und gezielt gefördert werden. Durch seinen niedrigschwelligen Ansatz stärkt der Flow Fund Innovation und Experimentierfreude in der Zivilgesellschaft – ein Gewinn für uns alle.«

Caroline Lyle (Flow Funderin 2024)

Flow Funder Mitja Rabitz

»Der FlowFund ist ein innovatives Werkzeug zur Fördermittelvergabe, das sicherstellt, dass Gelder dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Gleichzeitig motiviert und befähigt er junge FlowFunder aus Ostdeutschland, auf ihren Erfahrungen aufzubauen und aktiv in die Fördermittelakquise einzusteigen.«

Mitja Rabitz (Flow Funder 2024)

Flow Funderin Marie Langner | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund gibt uns eine große Freiheit und viel Vertrauen in unsere Expertise. Ich sehe darin die Möglichkeit, in Projekte zu investieren, die sonst wenig Chancen auf Förderungen haben. Dadurch kann ich für aktive Menschen in einer Region, die oft unterschätzt wird, eine Sichtbarkeit schaffen.«

Marie Langner (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funder Theo Hadrath

»Statt bürokratischer Hürden gibt es Raum für Vertrauen in junge Menschen aus Ostdeutschland. Der Flow Fund ist ein kraftvolles Beispiel dafür, wie Fördermittel neu gedacht werden können. Ich bin dankbar, Teil davon gewesen zu sein, und wünsche mir, dass dieses inspirierende Fördermodell fortgeführt wird.«

Theo Hadrath (Flow Funder 2024)

Mitförderer und Partner

Der Flow Fund ist inspiriert von einer Initiative der Pantha Rhea Foundation, einer amerikanischen Schwesterorganisation der Schöpflin Stiftung. Gemeinsam mit der Kinnings Foundation haben wir 2024 einen Flow Fund für Ostdeutschland initiiert. Als Mitförderer des Flow Fund 2025/2026 gewonnen haben wir unter anderem die Organisation »Effektiv Spenden«, die Alexander Gruner Stiftung, die AKB Stiftung und die Nordmetall-Stiftung sowie einige Einzelspender:innen.  

Die administrative Abwicklung der Förderung von Kollektiven/Einzelpersonen erfolgt über den fiscal host interalia gGmbH.  
 

Geförderte Projekte und Organisationen

Insgesamt erhielten rund einhundert Organisationen und Einzelpersonen eine Förderung durch den Flow Fund. Zu den Geförderten 2026 gehören unter anderem:  

Auswahl der durch den Flow Fund 2026 geförderten Organisationen

Kontakt

Bei Fragen zum Flow Fund wenden Sie sich bitte an foerderstiftung@schoepflin-stiftung.de.

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