Flow Fund für Ostdeutschland

Flow Fund, gefördert durch die Schöpflin Stiftung
Flow Fund | Foto: Lucia Hofmaier

Der Flow Fund ist ein Fonds, der demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Ostdeutschland stärken soll. Die Konzeption, Finanzierung und Umsetzung des Fonds erfolgt in Kooperation mit der Kinnings Foundation. Anstatt wie üblich die Mittelvergabe zentral als Stiftung zu steuern, haben wir die Verantwortung direkt in die Hände lokaler Changemaker gegeben: Der Flow Fund wird von sogenannten Flow Funder:innen der »Kinnings Academy« , ein Nachwuchsführungskräfteprogramm in Ostdeutschland, vergeben. Die Flow Funder:innen leben in ostdeutschen Bundesländern und sind dort zivilgesellschaftlich und unternehmerisch aktiv. Jeder Flow Funder erhält 25.000 Euro an Spendengeld, das er oder sie vergeben darf, sowie ein Honorar in Höhe von 5.000 Euro für seine oder ihre Tätigkeit.

Die Auswahlkriterien für die Vergabe der Mittel entwickeln die Flow Funder:innen selbst. Unterstützt werden sie dabei durch ein Begleitprogramm, in dem es Raum für gegenseitige Beratung und Reflexion gibt. Durch fachlichen Input von externen Referent:innen verschiedener Organisationen erweitern die Flow Funder:innen im Rahmen der Vorbereitungsphase ihr Wissen. Die Stiftungen unterstützen mit ihrer Expertise bei der kritischen Entwicklung einer Vergabestrategie und moderieren den Reflexionsraum. 

Mit diesem Ansatz wollen wir  

  • die Fördermittel in den ostdeutschen Ländern möglichst effektiv einsetzen und damit Demokratie, Partizipation und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken,
  • Erfahrungen mit einem Vorgehen sammeln, bei dem engagierte Menschen vor Ort die Entscheidungen treffen,
  • vertrauensvolle Beziehungen zu Engagierten in Ostdeutschland aufbauen und daraus für unsere weitere Arbeit lernen,
  • junge Engagierte durch die prägende Erfahrung des Geldgebens stärken,
  • unsere Erfahrungen mit anderen Geberorganisationen teilen und so Mut für partizipatives Geben machen.  

Das Projekt ist inspiriert von einer Initiative der Pantha Rhea Foundation, einer amerikanischen Schwesterorganisation der Schöpflin Stiftung. Mitförderer des Flow Fund ist unter anderem die Organisation »Effektiv Spenden«. Für die zweite Auflage des FlowFunds ist es uns gelungen, weitere Mitförderer zu gewinnen, darunter die Alexander Gruner Stiftung, die AKB Stiftung und die Nordmetall-Stiftung. Ausbezahlt werden die Gelder über die Schöpflin Stiftung in Zusammenarbeit mit dem fiscal host interalia gGmbH, der die administrative Abwicklung der Förderung von Kollektiven/Einzelpersonen übernimmt.  

  • 2025/2026
    Gruppenfoto der Flow Funder 2025/2026 | Foto: Franziska Bausch
    Foto: Franziska Bausch

     

    Für die zweite Förderrunde stehen insgesamt 425.000 Euro an Fördermittel zur Verfügung, die von folgenden 17 Flow Fundern vergeben werden: Maria Kleimann, Jan P., Malte Hennig, Elina Brohse, Marvin Stark, Marie Langner, Sayed H., Karolin Jäschke, Bennet R., Max Schubert, Anja Hirschfelder, Enrique Torres, Ocean Hale Meißner, Juliane E., Nine Christine Müller, Kinza S. und Muntazar Al-Jassani.

    Seit Oktober befinden sie sich in der Vorbereitung- und Trainingsphase, bevor sie anschließend zu Beginn des Jahres 2026 Organisationen und Projekte für die Förderung auswählen.

  • 2024
    Workshop des Flow Funds 2024 | Foto: Lucia Hofmaier
    Foto: Lucia Hofmaier

     

    Von Juli bis November 2024 lief der erste Flow Fund als Pilotprojekt. Neun Flow Funder:innen entschieden über die Vergabe von Fördermitteln in Höhe von insgesamt 225.000 Euro. Das gesamte Projekt wurde von Neuland21 evaluiert und in einem Evaluationsbericht festgehalten. Folgende Flow Funder vergaben die ihnen zu verfügend stehende Fördermittel an insgesamt 38 Organisationen und Projekte: Christopher Seifert, Nilofar Schoaib, Caroline Lyle, Eric Klausch, Sarah Kaschuba, Monty Dhanjal (Manwider), Alaa Khal, Mitja Rabitz und Theo Hadrath. 

    Geförderten Organisationen und Kollektiven/Einzelpersonen  

    Durch die Schöpflin Stiftung direkt geförderte Organisationen: 

     1. NURA Leipzig e.V. 
     2. Heizhaus gGmbH 
     3. Bürgerinitiative »Leben am Reitbahnweg« e.V. - Suppenküche 
     4. Alternativer Mädchen*Treff Schwerin e.V. 
     5. Jugendclub BlueBox, Diakoniezentrum Borwinheim, Diakonie Mecklenburgische Seenplatte gGmbH 
     6. Jugendclub Kritzmow, DRK Kreisverband Bad Doberan e.V. 
     7. Feuerwehrverein Altentreptow e.V. 
     8. Stadt Land Oder 
     9. DemokratieBündnis Rutenberg e.V. 
    10. Glashaus Prenzlau e.V. 
    11. Jugendinitiative Luckenwalde Wilde 13 
    12. Ev. luth. Kirche Teterow 
    13. Zepelin Stiftung Appelhagen 
    14. »Flüchtlingscafé« der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Teterow 
    15. Projekthof Karnitz e.V. 
    16. Erziehungs- und Familienberatung »DAS DACH«, FINK e.V. 
    17. Passage13, Kulturbühne Neustadt e.V. 
    18. Kloster Posa e.V. 
    19. Queer*Spaces - Lambda MDL e.V. 
    20. SZENE Salzwedel, KulturNische e.V. 
    21. Stadtrauminitiative Weißenfels 
    22. Move e.V. 
    23. Kulturhaus Häselburg e.V. 
    24. Radiologie e.V. 
    25. Como Vento, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. 
    26. Initiative Trialog, Altenburg 
    27. Vielfältig Schmölln/ Interkulturelles Straßenfest Schmölln 
    28. AlbergoDiffuso 

    Kollektive/Einzelpersonen (Administrative Abwicklung über den Fiscal Host interalia gGmbH): 

    29. truecolours 
    30. LIAA Kollektiv 
    31. Alternatives Jugendprojekt 1260 e.V., Horte & Club Strausberg  
    32. Migranto  
    33. AsylHub 
    34. FemRise 
    35. DRAN 
    36. MigraFaces 
    37. Interkultureller Lesekreis 
    38. Know your Rights 

     

Flow Funderin Anja Hirschfelder | Foto: Franziska Bausch

»Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil des Flow-Funds sein durfte. Es war eine wertschätzende und bereichernde Erfahrung. Der Flow Fund zeigt für mich eine neue Art des Wirtschaftens: Er bewegt nicht nur Kapital, sondern zeigt Haltung. Es geht um Vertrauen, gemeinsames Lernen und darum, Geld so einzusetzen, dass es langfristig Sinn stiftet.«

Anja Hirschfelder (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funderin Karolin Jäschke | Foto: Franziska Bausch

»Im Flow Fund bündeln sich viele – auch spezifisch ostdeutsche – Herausforderungen: Wer verfügt über Kapital, warum, und was macht Macht mit uns? Wie verteilen wir knappe Ressourcen wirkungsvoll? Und: Wie befähigen wir Menschen, Teil einer progressiven, resilienten Gesellschaft zu sein? Ein Teil des Flow Fund zu sein ist ein großes Privileg. Es ist ungewohnt und zugleich empowernd, plötzlich in der Rolle der Gebenden zu stehen. Philanthropie findet oft, trotz bester Absichten, im Elfenbeinturm statt. Unser Projekt zeigt, dass partizipative Fördermodelle nicht nur möglich, sondern notwendig sind, damit Geld dort ankommt, wo es am meisten bewirkt. Das Gefühl bleibt: Hier bewegt sich etwas!«

Karolin Jäschke (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funder Muntazar Al-Jassani | Foto: Franziska Bausch

»Durch den Flow Fund fühle ich mich bestärkt, Verantwortung zu übernehmen und meine Perspektive aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.«

Muntazar Al-Jassani (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funder Christopher Seifert

»Zusammengefasst: was für eine krasse Erfahrung! Das Vertrauen der Stiftungen in die Expertise und die Entscheidungen der Menschen vor Ort hat mich stark inspiriert. Es war beeindruckend, eigenverantwortlich über 25.000 € entscheiden zu dürfen und zu sehen, wie durch das vermittelte Fachwissen und die eigenen Kenntnisse über die Initiativen wertvolle und wirkungsorientierte Impulse gesetzt werden können. Ich wünsche mir, dass der Flow Fund andere Stiftungen ermutigt, innovative Ansätze der Mittelvergabe zu wagen und auf das Wissen der Menschen vor Ort zu setzen.«

Christopher Seifert (Flow Funder 2024)

Flow Funder Marvin Stark | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund verbindet Vision mit Realität – finanzielle und ideelle Förderung findet da statt, wo Ideen wichtiger sind als gute Anträge.«

Marvin Stark (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funder Eric Klausch

»Der Flow Fund stellt (endlich!) die gängige Förderpraxis auf den Kopf! Junge Menschen vor Ort in Ostdeutschland entscheiden, wo Gelder hingehen – und dabei zählen Vertrauen und Wirksamkeit, statt Antragsprosa und Ordner voller Abrechnungen. Es ist ein Baustein in der selbstbestimmten Identitätsfindung der ostdeutschen Zivilgesellschaft.«

Eric Klausch (Flow Funder 2024)

Flow Funder Max Schubert | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund Ostdeutschland setzt auf das Wissen und die Erfahrungen derjenigen, die vor Ort wirken. Statt überkomplizierter Antragspflichten stehen Netzwerk, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung an erster Stelle. Dieser innovative Ansatz markiert einen wegweisenden Paradigmenwechsel in der Förderlandschaft. So sieht gelebte Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements im Osten aus!«

Max Schubert (Flow Funder 2025/2026)

Flow Funderin Caroline Lyle

»Vertrauen und Verantwortung werden zur Grundlage der Mittelvergabe: Als Flow Funder:innen sorgen wir dafür, dass Bedarfe und Potenziale unserer lokalen Communities in Ostdeutschland erkannt und gezielt gefördert werden. Durch seinen niedrigschwelligen Ansatz stärkt der Flow Fund Innovation und Experimentierfreude in der Zivilgesellschaft – ein Gewinn für uns alle.«

Caroline Lyle (Flow Funderin 2024)

Flow Funder Mitja Rabitz

»Der FlowFund ist ein innovatives Werkzeug zur Fördermittelvergabe, das sicherstellt, dass Gelder dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Gleichzeitig motiviert und befähigt er junge FlowFunder aus Ostdeutschland, auf ihren Erfahrungen aufzubauen und aktiv in die Fördermittelakquise einzusteigen.«

Mitja Rabitz (Flow Funder 2024)

Flow Funderin Marie Langner | Foto: Franziska Bausch

»Der Flow Fund gibt uns eine große Freiheit und viel Vertrauen in unsere Expertise. Ich sehe darin die Möglichkeit, in Projekte zu investieren, die sonst wenig Chancen auf Förderungen haben. Dadurch kann ich für aktive Menschen in einer Region, die oft unterschätzt wird, eine Sichtbarkeit schaffen.«

Marie Langner (Flow Funderin 2025/2026)

Flow Funder Theo Hadrath

»Statt bürokratischer Hürden gibt es Raum für Vertrauen in junge Menschen aus Ostdeutschland. Der Flow Fund ist ein kraftvolles Beispiel dafür, wie Fördermittel neu gedacht werden können. Ich bin dankbar, Teil davon gewesen zu sein, und wünsche mir, dass dieses inspirierende Fördermodell fortgeführt wird.«

Theo Hadrath (Flow Funder 2024)

Kontakt

Bei Fragen zum Flow Fund wenden Sie sich bitte an foerderstiftung@schoepflin-stiftung.de.

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