Es ist soweit: Der Bau des neuen »Hauses für alle« und des großflächigen Parks auf dem Schöpflin Campus in Lörrach-Brombach hat begonnen. Damit mündet der intensive Prozess der »Wunschproduktion« in die Umsetzungsphase. In einem partizipativen Verfahren ab 2018 hatten Bürger:innen ihre Wünsche für die Neugestaltung des brachliegenden Geländes im Ortszentrum eingebracht.
Hier finden Sie alle Updates aus dem Bauprozess:
Kultur und Kunst erleben, selbst kreativ sein, Bewegungs- und Spielangebote nutzen, essen und trinken, lesen und nachdenken, sich mit anderen treffen und austauschen – all das wird Platz finden im neuen Gebäude und Park auf dem künftigen Schöpflin Campus im Lörracher Ortsteil Brombach. Zum symbolischen Spatenstich am 9. Dezember 2025 im »Dreiländereck« von Deutschland, Schweiz und Frankreich kamen neben Mitarbeitenden der Stiftung und zahlreichen Anwohner:innen die Lörracher Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic sowie Ortsvorsteherin Silke Herzog, Ulrike Dix, Partnerin des für die Entwurfsplanung verantwortlichen Berliner Büros AFF Architekten, und Johann Senner, Chef der für den künftigen Park verantwortlichen Planstatt Senner aus Überlingen, zusammen.
Am 19.11.25 haben wir die Baugenehmigung von der Stadt Lörrach erhalten. Dies leitet den Beginn der Bauarbeiten für das neue Gebäude auf dem Schöpflin Campus an der Franz-Ehret-Straße ein. Der Spatenstich findet am 09.12.25 um 12:30 Uhr statt. Wir laden alle Anwohner:innen herzlich ein, dabei zu sein!
Auf dem geplanten Schöpflin Campus geht kein Tropfen Wasser verloren: Regenwasser wird gesammelt, genutzt und Schritt für Schritt wieder in die Natur zurückgeführt. So will die Stiftung Ressourcen schonen, die Regenwasserkanäle entlasten – und gleichzeitig die Natur im künftigen Park unterstützen.
Auf Versiegelung wollen die Planer weitgehend verzichten, nur funktionale Flächen werden mit Pflasterbelägen oder Farbasphalt befestigt. Dazwischen liegen immer wieder grüne Inseln mit Pflanzen und Kiesflächen, durch die das Regenwasser versickert. Auch die Flächen mit Pflastersteinen verfügen über offene Fugen, sodass das Regenwasser auch dort im Boden versickern kann. Das Regenwasser vom Dach des Punkthauses wird zunächst von der Dachbegrünung aufgenommen, bevor es gemeinsam mit dem Wasser vom Dach der Sporthalle Brombach in das geplante »Wetland« geleitet wird – einen naturnah gestalteten Teich mit rund 1.050 Quadratmetern Wasserfläche und einer Kapazität von 1.200 Kubikmetern. Das gesammelte Regenwasser dient vorrangig der Bewässerung der Parkanlage; in besonders trockenen Zeiten fließt zusätzlich etwas Brunnenwasser zu, um den Wasserpegel zu halten. Das Wetland bildet das Herzstück des Parks: Es speichert Wasser, stabilisiert das Mikroklima und gibt den Niederschlag nach und nach an die Umgebung zurück.
Bevor das Wasser allerdings in das Wetland gelangt, filtern Sedimentationsanlagen Laub, Staub und Phosphat heraus – auf diese Weise wachsen Algen weniger schnell. Im Teich selbst sollen Pflanzen und ein biologisch aktiver Substratfilter die Wasserqualität stabilisieren. Rund 350 Kubikmeter Wasser werden den Berechnungen zufolge täglich durch den Filter fließen – genug, um das gesamte Volumen des Wetlands etwa zweimal pro Woche zu reinigen.
Bei starkem Regen leitet ein Überlauf überschüssiges Wasser in eine Versickerungsmulde, wo es langsam in den Boden versickert und ins Grundwasser gelangt. Nur bei extremem Regen wird überschüssiges Wasser kontrolliert in den öffentlichen Regenwasserkanal abgegeben – so bleibt der Park auch bei Starkregen sicher.
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum neuen Schöpflin Campus in Lörrach ist getan: Am 18. Juni haben wir den Bauantrag bei der Stadt Lörrach eingereicht. Damit ist das baurechtliche Prüfverfahren für das Projekt nun offiziell eröffnet.
Mit der Einreichung des Bauantrags mündet die intensive Planungsarbeit der letzten Monate in einem formalen Verfahren. Das wiederum bildet die Voraussetzung für den Neubau auf dem FABRIC-Areal des Schöpflin Campus. In den kommenden Wochen wird die Stadtverwaltung die insgesamt 30 Unterpunkte des Bauantrags mit rund einhundert Unterlagen prüfen. Im Herbst hoffen wir auf die Baugenehmigung – und damit den Startschuss für die bauliche Umsetzung.
Mehrere Jahre lang hatte das Hausarztzentrum Brombach nach geeigneten Räumen im Ortsteil gesucht. Im Frühjahr 2024 hatten sich die Ärzte schließlich an die Öffentlichkeit gewendet, um auf ihre bis dato erfolglose Suche aufmerksam zu machen. Das geplante Punkthaus bietet dem Hausarztzentrum nun die Möglichkeit, die Praxis weiterhin in Brombach zu betreiben. »Wir sind sehr froh, hier im Herzen von Brombach in gut zweieinhalb Jahren neue Praxisräume beziehen zu können und mit der Schöpflin Stiftung nicht nur einen Vermieter, sondern einen echten Partner gewonnen zu haben«, sagt der Arzt Patrick Scharn.
Die Gemeinschaftspraxis will – nach derzeitigem Planungsstand – im Spätsommer 2027 eine Etage mit rund 300 Quadratmetern im Punkthaus beziehen. Die Räume im Neubau werden entsprechend der Anforderungen des Hausarztzentrums gestaltet. Es wird dort mehrere Sprechzimmer, fachspezifische Behandlungsräume und geräumige Wartebereiche geben. »Gerade für ältere Menschen und für Familien ist eine gut erreichbare Praxis und damit eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung wichtig«, sagt Tim Göbel, geschäftsführender Vorstand der Schöpflin Stiftung. »Es freut uns, dass wir dem Hausarztzentrum Brombach im Punkthaus moderne und barrierefreie Praxisräume zur Verfügung stellen können. Damit wird sich die aktuell beengte Raumsituation der Gemeinschaftspraxis deutlich verbessern.« Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für den mehrstöckigen Neubau und das angrenzende Gelände.
Bei einer Informationsveranstaltung Anfang Februar stellte die Schöpflin Stiftung gemeinsam mit AFF Architekten (Berlin), den Landschaftsplanern Planstatt Senner (Überlingen) und den Projektsteuerern Ernst² interessierten Anwohner:innen in Lörrach-Brombach das Bauvorhaben vor.
Im ersten Bauabschnitt wird an der Franz-Ehret-Straße unterhalb der Sporthalle das neue Gebäude entstehen. Zudem wird ein Park angelegt. Haus und Park sollen Ende 2027 fertiggestellt sein und in Betrieb gehen.
Das »Haus für alle« vereint Funktionen sowohl für die Stiftung als auch für die Ortsteile: Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss wird es verschiedene Workshopräume für die Einrichtungen der Stiftung (u.a. Schöpflin Schule und Werkraum Schöpflin) und für die umliegenden Schulen und Vereine geben, ebenso ein kleines Café, einen Projektraum für die Nachbarschaft und einen zweigeschossigen Veranstaltungsraum.
In den oberen Geschossen schließen sich weitere Workshopräume (u.a. für Tanz, Musik, Leseclubs) an, sowie Sitzungsräume, die die Stiftung auch für andere Organisationen und Unternehmen zugänglich machen wird. Auch die eigene Verwaltung, die derzeit noch in der Alten Baumwollspinnerei in Haagen untergebracht ist, wird hier gebündelt.
Zudem hat sich in den vergangenen Monaten ein intensiver Kontakt zum Hausarztzentrum Brombach entwickelt und die Stiftung schafft hier für die Brombacher Hausärzte moderne Räumlichkeiten für eine neue Praxis. Dies ist ein bedeutender Schritt, denn die örtlichen Hausärzte hatten für den Fall, dass es in Brombach kein neues Raumangebot gebe, angekündigt, ihre Praxis von hier weg zu verlagern. Das Gebäude wird vom Berliner Architekturbüro AFF geplant, die ausführenden Firmen und Fachplaner kommen hier aus der Region.
Herzstück des FABRIC-Areals wird der neue Park sein, der von den Landschaftsarchitekten »Planstatt Senner« aus Überlingen gestaltet wird. Viele Elemente, die in den letzten Jahren rund um den Plankiosk erprobt wurden, werden hier wieder aufgegriffen. Es wird Freizeitangebote gleichermaßen für ältere Menschen, Familien, Kinder und Jugendliche geben.
Wasser wird im Park eine wichtige Rolle spielen, so soll unter anderem das Wasser des öffentlichen Brunnens an der Schopfheimer Straße auf das Gelände geleitet und zur Bewässerung genutzt werden. Der Park wird so geplant, dass er bereits auf die kommenden Jahrzehnte des Klimawandels vorbereitet ist.
Das FABRIC-Team startete im April 2018 in Lörrach mit der sogenannten »Wunschproduktion« einen partizipativ-kreativen Planungsprozess, bei dem Nachbar:innen, Lörracher:innen, Stiftungsmitarbeiter:innen und Gäste aufgerufen waren, ihre Wünsche und Ideen für das Gelände einzubringen. In einem eigens dafür errichteten »Plankiosk« standen den Menschen dafür zahlreiche kreative und auch überraschende Hilfsmittel zur Verfügung. Sie konnten zeichnen, malen, kneten, bauen, die Zukunft des Geländes als Soundtrack konzipieren oder einfach nur (er)träumen.
Nach einigen Monaten »Wunschproduktion« hatte das FABRIC-Team über 1.600 Ideen und Vorschläge gesammelt. Dabei zeigte sich, dass das Bedürfnis nach Orten der Begegnung und des Selbermachens, nach neuen Formen der Gemeinschaft und des Engagements, nach Räumen ohne Konsumzwang und das Thema Essen, nach Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sowie nach Aufenthaltsqualität im Außenraum besonders groß ist.
Die Ergebnisse der Wunschproduktion zeigen die Kraft eines Ansatzes, der auf »bottom-up« statt auf »top-down« setzt und auf diese Weise nicht nur die besten Ideen und kreativsten Lösungen hervorbringt, sondern in Verbindung mit einem kollaborativen Prozess das Gemeinschaftliche und den Gemeinsinn in den Mittelpunkt rückt. So wird aus dem »Wissen der Vielen« der »Nutzen der Vielen«.
Mit den Wünschen aus der »Wunschproduktion« ausgestattet, ist die Schöpflin Stiftung seitdem in ein kooperatives Planungsverfahren gestartet, in dem auch weiterhin das »Wissen der Vielen« einen großen Mehrwert liefert. Die Wünsche wurden zu einem Programm für das Gelände verdichtet, das als Grundlage für die weitere Planung diente.
Auch im städtebaulichen Verfahren wählte die Schöpflin Stiftung einen eher ungewöhnlichen Weg: Statt eines klassischen Wettbewerbs wurde auch hier auf eine gemeinschaftliche Planungsmethode gesetzt. Ziel war es, im gemeinsamen Dialog eine passende städtebauliche Lösung zu erarbeiten und die verschiedenen Nutzungen in das Gelände zu übertragen.
Ein Expert:innenteam aus den Bereichen Architektur, Landschaftsarchitektur, Mobilität sowie Energie- und Klimawissenschaft hat über mehrere Monate hinweg Vorschläge und Entwürfe für das Areal entwickelt.
In enger Zusammenarbeit mit der Schöpflin Stiftung greift das Architekturbüro AFF aus Berlin, das in den letzten zwei Jahren bereits die preisgekrönten Stiftungsgebäude Spore und Publix in Berlin realisierte, den bisherigen Prozess auf. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro »Planstatt Senner« arbeiten sie bereits seit einiger Zeit intensiv an der Gestaltung des ersten Bauabschnitts, der ab Herbst 2025 umgesetzt wird.
Hier finden Sie die Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Bauprojekt.
Wir gehen derzeit von knapp zwei Jahren Bauzeit aus und planen die Eröffnung des neuen Gebäudes Ende 2027. Der Park wird in etwa gleichzeitig fertig werden.
Die Gesamtkosten für den Bau des Gebäudes und für den Park belaufen sich schätzungsweise auf 30 Millionen Euro.
Die Kosten für den Park belaufen sich auf ca. sechs Millionen Euro, für das Gebäude rund 24 Millionen Euro.
Der Entwurf des Gebäudes stammt von AFF Architekten (Berlin). Den Park gestaltet das Landschaftsarchitekturbüro Planstatt Senner (Überlingen). Die Projektsteuerung und Bauüberwachung liegt beim Stuttgarter Büro Ernst².
Ja, selbstverständlich. Wir werden überwiegend mit lokalen und regionalen Bauunternehmen und Handwerkern arbeiten.
Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche (ohne Technik- und Verkehrsflächen) von 2.400 Quadratmeter.
Nein, es wird keine Tiefgarage geben. Über die wenige Meter entfernte Mobilitätsdrehscheibe in Brombach ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem möglich. Dort gibt es auch eine begrenzte Anzahl von (günstigen) Parkplätzen. Mit Blick auf die geplante Hausarztpraxis, den zweigeschossige Veranstaltungsraum und das Café wird es Haltemöglichkeiten sowie Behindertenparkplätze geben. Und viele Stellplätze für Fahrräder.
Wir sind bereits aktiv auf der Suche nach einem Partner für die Gastronomie und führen intensive Gespräche. Wir wünschen uns ein Angebot, das den ganzen Tag abdeckt: vom Frühstück, einem kleinen, frischen Mittagsgericht bis zum Cafébetrieb am Nachmittag.
Ja, das ist ein Anliegen, das wir mit diesem Gebäude unterstützen möchten: Mehr Räumlichkeiten, in denen Menschen aus der Gegend unkompliziert und ohne Konsumzwang zusammenkommen können, um sich auszutauschen und gemeinsam Dinge auf die Beine zu stellen.
Im Rahmen der so genannten »Wunschproduktion« sind an die 1600 einzelne Ideen für das Areal formuliert worden. Die Bandbreite war dementsprechend groß. Es gab viele Wünsche, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen können, ohne Konsumzwang. Es gab Wünsche nach mehr Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, nach einem Ort, an dem man sich draußen gerne aufhält. Wir haben diese Wünsche verdichtet, sie in unsere Überlegungen aufgenommen und abgeglichen mit dem, was zu uns als Stiftung passt. Sehr vieles aus dieser Wunschproduktion findet sich jetzt im Bauprojekt wieder – aber natürlich nicht alles. Das kann bei über 1000 Wünschen aber auch gar nicht der Fall sein.
FABRIC wird sein offenes Programm während der gesamten Bauzeit weiter bespielen - die Winterpause ausgenommen, wie in bisherigen Jahren. Im Verlauf des Bauprojekts kann es sein, dass einzelne Angebote an andere Stellen auf dem Gelände wandern werden. Das werden wir jedoch gut planen und rechtzeitig ankündigen.
Tel.: +49 (0)151 16982825
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