YOUNA ist ein gemeinnütziger KI-Chatbot, der Menschen stärkt, die gesellschaftliche Benachteiligung oder Diskriminierung erleben. Über eine Web-App bietet YOUNA niedrigschwellige Orientierung und emotionale Unterstützung für Betroffene. Als neuer Förderpartner unterstützen wir YOUNA dabei, ihr Angebot weiter auszubauen. Gründer und Geschäftsführer Said Haider erklärt uns im Interview, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, sich Diskriminierung entgegenzustellen.
Was hat Dich 2021 dazu bewogen, einen KI-basierten Chatbot für Rassismuserfahrungen zu entwickeln?
Said Haider: 2021 habe ich an einem YouTube-Format mitgearbeitet, das Rassismus im Alltag thematisiert hat. Die Videos zeigten reale Situationen oft humorvoll, aber immer nah an der Lebensrealität. Die Community war aktiv eingebunden und reichte eigene Erfahrungen ein. Als ich YOUNA entwickelt habe, war mir wichtig, diesen Menschen mehr zurückzugeben als nur Sichtbarkeit. Bei meiner Recherche wurde deutlich, dass bestehende Online-Angebote oft sehr komplex und schwer zugänglich sind. Viele sind gut gemeint, helfen Betroffenen im Alltag aber nur eingeschränkt weiter. Aus dieser Frustration entstand eine zentrale Frage: Wie müsste eine digitale Unterstützung aussehen, die Menschen in Rassismuserfahrungen wirklich hilft? YOUNA ist die Antwort darauf: Ein niedrigschwelliges, verständliches und jederzeit zugängliches Angebot.
Wie sorgt Ihr dafür, dass der Chatbot verantwortungsvolle Antworten gibt, insbesondere mit Blick auf KI-Risiken?
Said Haider: YOUNA ist bewusst anders aufgebaut als frei zugängliche generative KI-Chatbots. Das System durchsucht nicht das offene Internet und erfindet keine Inhalte.YOUNA arbeitet ausschließlich mit kuratierten Wissensdatenbanken. Alle Inhalte werden vorab von Fachexpert:innen geprüft. So reduzieren wir typische KI-Risiken wie Halluzinationen. User:innen erhalten nur fachlich abgesicherte Antworten. Gleichzeitig versteht sich YOUNA nicht als Ersatz für menschliche Unterstützung. User:innen werden frühzeitig darauf hingewiesen, wann persönliche Beratung sinnvoll oder notwendig ist. Im Zweifel steht immer das Wohl der Ratsuchenden im Vordergrund.
Aktuell arbeitet Ihr an einer Weiterentwicklung von YOUNA. Welche Funktionen wird YOUNA PRO bieten?
Said Haider: Viele Beratungsstellen und Community-Angebote im Bereich Rassismus stehen aktuell unter starkem finanziellem Druck. Öffentliche Mittel werden gekürzt oder gestrichen, obwohl der Beratungsbedarf wächst. Die Weiterentwicklung unseres Angebots YOUNA PRO richtet sich daher an Organisationen. Es soll bestehende Beratungsstrukturen entlasten und stabilisieren, und ist eine digitale Ergänzung. Beratungsstellen können YOUNA zum Beispiel für Erstorientierung, Fallstrukturierung oder zur niedrigschwelligen Unterstützung einsetzen. So bleiben Angebote auch unter schwierigen Bedingungen zugänglich. Mit YOUNA PRO helfen wir dabei, gewachsene Strukturen fortzuführen.