Sie montieren Photovoltaikanlagen aufs Dach, beraten Schulen auf dem Weg zur Klimaneutralität oder diskutieren mit im Klimabeirat der Stadt Lörrach: Seit fünf Jahren setzen sich die Mitglieder des Runden Tisch Klima (RTK) für mehr lokalen Klimaschutz ein. Gefeiert wurde das Anfang Juli bei einem Fest im Werkraum Schöpflin mit rund einhundert Gästen.
Im Zentrum des Abends standen denn auch die Ehrenamtlichen: Hans Schöpflin, Gründer und Beiratsvorsitzender der Schöpflin Stiftung, erinnerte an den Start der Initiative als Reaktion auf den vom Gemeinderat ausgerufenen Klimanotstand im Januar 2020 und würdigte den »beindruckenden Aufbau« des RTK. Anschließend gaben Vertreter:innen verschiedener Arbeitsgruppen Einblicke in ihre Arbeit. Zu den Aufgabenschwerpunkten des RTK zählen Beratungen zur klimafreundlichen Mobilität, zur klimafreundlichen Sanierung oder zu naturnahem Gärtnern. Rund fünfzig Informationsveranstaltungen haben die Ehrenamtlichen bislang auf die Beine gestellt und damit hunderte Menschen in der Region erreicht.
Dazu kommen ausgewählte Projekte: So haben sich zwei Schulen aus Lörrach und Schopfheim mit der Begleitung des RTK auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht. 2022 riefen die Ehrenamtlichen zudem einen Klimafonds ins Leben, der auch außerhalb der Region Projekte finanziell unterstützt, beispielsweise zur Wiedervernässung von Mooren. Einige Mitglieder des RTK packen selbst mit an: Ehrenamtliche haben in den vergangenen Monaten mehr als ein Dutzend PV-Anlagen auf Privathäusern in und um Lörrach installiert, auch ein erstes Balkonkraftwerk wurde bereits angeschlossen. Welcher große zeitliche Aufwand hinter dieser Arbeit steckt, wurde am Beispiel der BürgerSolarBerater deutlich, die in 16 südbadischen Orten aktiv sind: Zwischen sechs und 16 Stunden dauert eine Beratung zur Solarenergie. Ein aufwändiges Ehrenamt, das sich aber lohne, wie ein Gast aus dem Publikum erzählte – weil man nicht nur etwas Sinnvolles tue, sondern auch eine Menge lerne.
Die Landrätin Marion Dammann und die Bürgermeisterin von Lörrach, Monika Neuhöfer-Avdić, berichteten jeweils über die Fortschritte von Landkreis und Stadt im Bereich Klimaschutz. Auch Julia Kovar, die Leiterin der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg und Beirätin des Klimafonds Lörrach, verwies auf Erfolgsgeschichten im Klimaschutz wie aus Griechenland, das den Anteil erneuerbarer Energien innerhalb von zehn Jahren auf mehr als 50 Prozent gesteigert habe. Gleichzeitig machte sie deutlich, welche zentrale Rolle den Bürger:innen neben Politik und Wirtschaft auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft zukommt: »Wir brauchen die Zivilgesellschaft, damit Klimaschutz in der Breite ankommt. Zivilgesellschaft kann bewegen und mobilisieren – und da man beim Klimaschutz langen Atem braucht, benötigen wir Menschen in den Kommunen, die mitmachen.«
Diese Überzeugung teile auch die Schöpflin Stiftung, bekräftigte der Geschäftsführender Vorstand Tim Göbel: »Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen unsere Gesellschaft im Kleinen wie im Großen zum Positiven verändern wollen. Genau deshalb haben wir als Schöpflin Stiftung das Engagement des Runden Tisch Klima von Beginn an unterstützt.«