Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich im digitalen Raum – bislang jedoch ohne ausreichenden Schutz. Mit der neuen Initiative »Sicherheit von Anfang an« setzen wir uns gemeinsam mit der Crespo Foundation für die Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen im Internet ein. Dafür stellen die beiden Stiftungen in den kommenden fünf Jahren jährlich insgesamt 800.000 Euro bereit.
Ziel der Initiative ist es, dass junge Menschen digitale Räume frei, kreativ und selbstbestimmt nutzen können. Gleichzeitig sollen sie besser vor Gewalt, Desinformation, Suchtmechanismen und anderen Risiken geschützt werden.
Kinder brauchen auch online wirksamen Schutz
Obwohl Gesetze wie der Digital Services Act (DSA) Minderjährige im digitalen Raum schützen sollen, werden sie bislang oft unzureichend umgesetzt. Die Folgen sind gravierend: Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nutzen digitale Medien auf riskante Weise. Dazu zählen unter anderem Online-, Social-Media-, Glücksspiel- und Kaufsucht sowie der frühe Kontakt mit verstörenden oder gewaltvollen Inhalten.
»Wenn wir Elfjährige nicht besser vor Gewaltvideos, verstörenden Fotos oder Hassbotschaften im Netz schützen, scheitern wir an unserem gesellschaftlichen Erziehungsauftrag«, sagt Tim Göbel, geschäftsführender Vorstand der Schöpflin Stiftung. »Kinder und Jugendliche müssen sich unbelastet und gefahrlos im Internet bewegen können.«
Die neue Initiative stärkt deshalb zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für die konsequente Durchsetzung und Weiterentwicklung bestehender Regelungen einsetzen. Dazu gehört beispielsweise der europäische DSA, der große Online-Plattformen verpflichtet, ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz für Minderjährige zu gewährleisten.
Jugendliche als Expert:innen ihrer digitalen Lebenswelt
Ein besonderer Schwerpunkt der Initiative liegt auf der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ihre Perspektiven und Erfahrungen sollen stärker in politische und gesellschaftliche Debatten einfließen. »Wir möchten gerade bei diesen wichtigen Themen nicht über, sondern mit den Jugendlichen reden und ihre Erfahrungen aktiv einbeziehen und befragen«, sagt Christiane Riedel, Vorstand der Crespo Foundation. »Denn sich kompetent, kreativ und sicher im digitalen Raum bewegen zu können, gehört wesentlich zu den Rechten der Kinder und Jugendlichen, weshalb wir sie hier besonders ›stark machen‹ wollen, ihre eigenen Potentiale zu schöpfen.«
Studien zeigen, dass sich viele junge Menschen mehr Schutz vor suchtfördernden Mechanismen und problematischen Inhalten wünschen – gleichzeitig möchten sie digitale Räume selbstständig nutzen und mitgestalten. Die Initiative setzt deshalb auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Organisationen der Jugendbeteiligung.
Denn Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf beides: Schutz und Teilhabe in der digitalen Welt.