Am 24. September hatten wir mehrere Gründe für ein großes Fest: 20 Jahre Schöpflin Stiftung, 20 Jahre Villa Schöpflin, 10 Jahre Werkraum Schöpflin – und die Eröffnung des Neubaus unserer Schöpflin Schule. All das haben wir zum Anlass genommen, auf unserem Stiftungsgelände in Lörrach-Brombach alle Türen zu öffnen und gemeinsam mit Lörracher*innen, Wegbegleiter*innen und Förderpartner*innen zu feiern und Einblick in unsere Arbeit zu geben.
Trotz Regen sind rund 2000 Menschen aus Lörrach und Umgebung über den Tag verteilt unserer Einladung gefolgt. Bei kostenlosen Speisen und Getränken konnten sie die Schöpflin Schule, die Suchtprävention in der Villa Schöpflin, das geplante Schöpflin Quartier sowie das Montessori-Kinder- und Gärtnerhaus bei Führungen besser kennenlernen oder das weitläufige Stiftungsgelände und den Park rund um Villa und Werkraum Schöpflin mithilfe einer App und auf eigene Faust erkunden. Begleitet wurden sie dabei von Live-Musik mit dem Kinderchor Lörrach, dem Chor Brombach, Julian Joist, der FABRIC Jam-Band und Popmusik auf dem Cello. Krönender Abschluss des musikalischen Programms war ein Auftritt von Breakdance-Europameister Mentor Shalijani mit seinem »TANZWERK Dreiländereck«.
Sehr gut besucht waren auch die Gesprächsrunden im Werkraum Schöpflin, die insbesondere Einblick in die überregionalen Förderaktivitäten und das gesellschaftspolitische Engagement der Stiftung gegeben haben. Maria Exner, Journalistin, ehemalige Chefredakteurin des ZEITmagazins und Gründungsintendantin von unserem Berliner Journalismushaus PUBLIX, sprach mit Aktivist und foodwatch-Gründer Thilo Bode über zivilgesellschaftliches Engagement und die Frage, wie wir als Bürger*innen unsere Souveränität zurückerobern können: »Wenn wir eine kritische Masse erzeugen, wird sich auch etwas ändern«, zeigte sich Thilo Bode überzeugt. Über Meinungsfreiheit und Demokratie sprachen unsere Programmleitungen Dorothee Vogt und Lukas Harlan mit dem digital zugeschalteten Soziologen und Autor Harald Welzer und dem Journalisten und Gründer des gemeinnützigen Recherchezentrums CORRECTIV David Schraven.
In der Schöpflin Schule diskutierten Volker Schebesta, Staatsekretär im baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marcus Kauer, Leiter des Referats Kulturelle Bildung im Hessischen Kultusministerium sowie unsere Kollegin Constanze Wehner und Schulgestalterin Celina Rahman über die Zukunft der Bildung. Der Staatssekretär brachte den gemeinsamen Nenner der Runde auf den Punkt: »Die Rahmenbedingungen in den Schulen müssen so gestaltet werden, dass vor Ort in den Schulen aufgegriffen wird, was Schüler*innen wirklich beschäftigt.« Ganzheitliche Bildung sei essenziell. Markus Kauer betonte, Schule müsse ein freudvoller Ort sein, wo Begeisterung geweckt und Offenheit erzeugt werde.
Birgit Degenhardt, Leiterin des Werkraums Schöpflin, ließ mit der Intendantin des Maxim Gorki Theaters Berlin, Shermin Langhoff, die Corona-Zeit Revue passieren und reflektierte über die gesellschaftspolitische Bedeutung von Kultur und die Wichtigkeit des Zusammenkommens im Theater. Überaus große Resonanz gab es beim Gespräch mit zwei Generationen der Schöpflin Familie, die Einblick in ihre Familiengeschichte und den Ursprung ihres philanthropischen Engagements gaben. Die Geschwister Schöpflin betonten, dass ihnen nach wie vor der Einsatz für Kinder und die nachkommenden Generationen am wichtigsten sei, sie jedoch die Vielfalt der heutigen Stiftungsaktivitäten und ihren Einsatz für die Demokratie begrüßten.
Angeboten wurden auch Workshops unserer Förderpartner*innen, von denen zwei auf starkes Interesse stießen: Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon stellten ihre Arbeit bei HateAid vor und erarbeiteten mit den Teilnehmer*innen, wie sie sich vor digitaler Gewalt schützen können. CORRECTIV-Gründer und Journalist David Schraven informierte über Desinformation und Quellenrecherche im Netz.
Am Freitagnachmittag fand außerdem der feierliche Festakt zur Eröffnung des Neubaus der Schöpflin Schule mit gut 150 Gästen statt. Die Kinder der zweiten Klasse führten ein Tanzstück auf, welches sie in den vergangenen Wochen mit einer Tanzpädagogin erarbeitet hatten. Anschließend stand vor allem der Dank an alle »Möglichmacher*innen« im Vordergrund – neben Projektleiterin Constanze Wehner und der Schulleitung Celina Rahman waren dies vor allem Bauleiterin Tine Höfler sowie alle Planer*innen, Architekt*innen und Handwerker*innen. Nur dank des überaus engagierten Teams ist es uns gelungen, in diesen herausfordernden Zeiten den Neubau des Schulgebäudes innerhalb von zwölf Monaten zu realisieren. Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte die Bereicherung der Lörracher Schullandschaft; die Vertreterin des Schulamts unterstrich den Mut, den es brauche, eine solche Schule mit einem innovativen didaktischen Konzept aufzubauen und dass sie der Zusammenarbeit entgegensehe.
Am Freitagabend gab es außerdem einen Jubiläumssalon mit gut 80 Gästen aus allen Sphären unseres Ökosystems: regionale Partner*innen, Förderpartner*innen, befreundete Stiftungen, weitere Verbündete, die Schöpflin-Familie und alle Bereichsleiter*innen der Stiftung. Auch dies war ein besonderer Abend, der alle Facetten unseres Wirkens zusammengebracht hat.
Wir danken allen Beteiligten für zwei wunderschöne Tage, an denen uns zwar das Wetter zeitweise im Stich gelassen hat, wir jedoch in sehr viele glückliche Gesichter schauen durften (siehe Bildergalerie oben)!