Unser Förderpartner More in Common untersucht seit 2019 regelmäßig die Dynamik der deutschen Gesellschaft und hat nun ein Impulspapier über Migration veröffentlicht. Es zeigt: In der Mehrheit wünschen sich Menschen eine Einwanderungspolitik, die effektiv, klar und lösungsorientiert ist. Dazu erwarten sie unter anderem klare staatliche Steuerung sowie die Beiträge von Zugewanderten zum Gemeinwesen.
Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Befragung von über 2.000 Menschen in Deutschland sowie Erkenntnisse aus der Forschung von More in Common der vergangenen Jahre. Die Autor:innen des Impulspapiers stellen fest, dass sich die meisten Menschen eine konstruktive Debatte zu Einwanderungsfragen wünschen, doch das aufgeladene gesellschaftliche Klima dieser im Weg steht.
Forderungen an die Migrationspolitik
Weitgehende Einigkeit besteht in der Forderung nach einer kontrollierten Zuwanderung: 61 Prozent der Befragten empfinden es wichtiger zu kontrollieren, wer nach Deutschland einwandert, als allein die Zahl der Einwandernden zu reduzieren. Für viele spielt Migration zudem eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der deutschen Wirtschaft. So befürworten knapp mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland die Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, um dem Personalmangel in wichtigen Branchen entgegenzuwirken.
Ein Großteil der Befragten kritisiert allerdings die Einwanderungspolitik und fordert klarere Regeln und eine verlässliche Umsetzung. Mit 71 Prozent ist die große Mehrheit unzufrieden mit dem Einwanderungsmanagement der EU; das der ehemaligen Ampel-Bundesregierung bewerten sogar 77 Prozent negativ.
Konstruktive Debatten sind möglich
Die Autor:innen des Impulspapiers sind überzeugt, dass eine konstruktive gesellschaftliche Debatte zu Migration möglich ist, wenn die richtigen Rahmenbedingungen gegeben sind. Dafür formulieren sie fünf Leitfragen, die Menschen aus Zivilgesellschaft, Politik, Medien und Wirtschaft helfen sollen, Einwanderungsdebatten zukunftsfähig zu gestalten:
- Kompetenz: Wie handlungsfähig ist der Staat bei der Gestaltung von Einwanderung?
- Kontrolle: Wie können wir Einwanderung so steuern, dass sie transparent, planbar und zukunftsfähig ist?
- Beitrag: Welche Leistungen bringen Zugewanderte in Gesellschaft und Wirtschaft ein?
- Empathie: Wie verbinden wir Mitgefühl mit klaren Regeln?
- Miteinander: Wie schaffen wir respektvolles Zusammenleben im Alltag?
Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich: Viele Menschen wünschen sich eine Einwanderungspolitik, die weder auf ein einfaches »Ja« noch ein »Nein« zur Migration verkürzt. Sie denken die Themen Einwanderung und Stärkung der Wirtschaft zusammen. Daher braucht es einen neuen Ansatz, der Miteinander und Mitgefühl, die Handlungskompetenz der zuständigen Institutionen, Kontrolle und Beitragsgerechtigkeit miteinander verbindet.
Das vollständige Impulspapier »Konstruktiv darüber reden: Fünf Fragen für zukunftsfähige Einwanderungsdebatten« von More in Common kann hier heruntergeladen werden.