Nach vier intensiven und prägenden Jahren wechseln die Schülerinnen und Schüler des Pionierjahrgangs nach den Sommerferien auf weiterführende Schulen. Bei der Abschiedsfeier am 30. Juli verabschiedete Stifter und Beiratsvorsitzender Hans Schöpflin die vierte Jahrgangsstufe gemeinsam mit dem Schulteam. »Der Mut und das Vertrauen der Eltern hat die Schule in ihrem Aufbau von Anfang an getragen«, richtete Hans Schöpflin das Wort an die Anwesenden. »Umso mehr freut mich zu sehen, wie sehr die Schöpflin Schule inzwischen Wurzeln in der Schullandschaft in Lörrach geschlagen hat.« Danach wurden die 15 Schülerinnen und Schüler mit einem feierlichen »Rausschmiss« entlassen: Das Schulteam fuhr jedes Kind in einer Schubkarre über den roten Teppich hinaus aus dem Schulgebäude – begleitet von großem Applaus.
Zum Schuljahresbeginn 2021/2022 war die Schöpflin Schule als private, staatlich genehmigte Grundschule in Lörrach-Brombach gestartet. Das pädagogische Konzept wurde in Zusammenarbeit mit der Bildungspionierin Margret Rasfeld entwickelt, deren Initiative »Schule im Aufbruch« Schulen bei der Transformation hin zu mehr Beziehungskultur begleitet. Ab dem kommenden Schuljahr besuchen insgesamt knapp einhundert Kinder die Schöpflin Schule, begleitet von einem rund 25-köpfigen Schulteam.
Lernen auf Augenhöhe
Was die Schöpflin Schule von vielen anderen Grundschulen unterscheidet, ist ihr beziehungsorientierter Ansatz: Statt Frontalunterricht steht die individuelle Begleitung jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt. Die Lehrkräfte – an der Schule »Lernbegleitungen« genannt – nehmen sich insbesondere im ersten Schuljahr viel Zeit, Vertrauen aufzubauen und die Fähigkeiten der Kinder zu erkennen. Die Beziehung auf Augenhöhe spielt nicht nur bei den Lerninhalten eine große Rolle. Die Kinder wirken auch selbst an der Gestaltung der Schule und des Schulalltags mit – beispielsweise im Kinderparlament. »Partizipative Formate motivieren Kinder besonders, ihre Meinung zu äußern, Abläufe zu koordinieren und die Stimmen der gesamten Schulgemeinschaft mit einzubeziehen. Das erleben sie zum Beispiel momentan beim Ausbau des alten Hühnerhauses auf dem Schulgelände hin zu einem ansprechenden und gemütlichen Rückzugsort für alle Kinder«, sagt Schulleiterin Andrea Avé. Zusätzlich zu den klassischen Fächern Rechnen, Lesen oder Schreiben gibt es an der Schöpflin Schule regelmäßig wechselnde Lernangebote, die sich an den Interessen und Wünschen der Kinder orientieren und die mit den Bildungsplänen des Landes Baden-Württemberg verknüpft sind. So können die Kinder Akzente in ihrem Stundenplan nach ihren Interessen und Stärken setzen.
Zudem gibt es an der Schöpflin Schule auch sogenannte »Themenwochen«. Viermal im Jahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit einem der Schwerpunktthemen der Schule: Demokratiebildung, achtsame Kommunikation, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Diversität. In der letzten Themenwoche des aktuellen Schuljahres stand das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Dafür besuchten die Kinder Ende Juli die Gemüsegärtnerei »Auhof« in Steinen, von der die Schule viele Lebensmittel für die Schulküche bezieht.