Modellprojekt Can-K der Villa Schöpflin
Foto: © Cathrine Stukhard/Villa Schöpflin gGmbH

Villa Schöpflin startet Modellprojekt zur bundesweiten Cannabisprävention

Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland am 1. April 2024 ist das Rauschmittel im öffentlichen Raum präsenter als je zuvor. Junge Menschen kommen häufiger in Kontakt damit und die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein schädliches Konsumverhalten entwickeln, steigt. Mit »Can-K« startet das Zentrum für Suchtprävention Villa Schöpflin nun ein Modellprojekt, das untersucht, wie Cannabisprävention in ganz Deutschland weiter ausgebaut und vereinheitlicht werden kann. 

Unsere Tochtereinrichtung begleitet Jugendliche und ihre Familien bereits seit über 20 Jahren mit Beratungs- und Präventionsangeboten rund um das Thema Cannabis. Neben Einzelberatungen führt das Suchtpräventionszentrum mit »Cannabis – quo vadis?« interaktive Präventions-Workshops für Schulen ab der achten Klasse in der Region durch und befähigt durch bundesweite Schulungen Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter:innen für die eigenständige Durchführung an den verschiedenen Standorten. 
 

Ein Modell für die Prävention von morgen 

Bisher fehlt ein systematischer kommunaler Präventionsansatz für problematischen Cannabiskonsum. Regionale, aufeinander abgestimmte Strukturen, Abläufe und Maßnahmen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, gibt es nicht. Mit »Can-K« erprobt die Villa Schöpflin nun Ansätze, die junge Menschen frühzeitig erreichen und wirksam begleiten. Das Modellprojekt ist als mehrjähriger Entwicklungs- und Forschungsprozess angelegt. Dabei entwickelt die Villa Schöpflin Maßnahmen, die an acht Modellstandorten in ganz Deutschland erprobt und anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden. Ein Standort wird in Lörrach sein. Hier haben sich in den letzten Jahren durch die kontinuierliche Vernetzungsarbeit verlässliche kommunale Strukturen gebildet. Diese Erfahrungen fließen maßgeblich in der Konzeptionsphase ein und werden unter Berücksichtigung der überregionalen Ergebnisse zusammengetragen. Ziel des Projekts ist es, ein übertragbares Gesamtkonzept zu entwickeln, das bundesweit in Kommunen eingesetzt werden kann.

Das neue Modellprojekt orientiert sich am erfolgreichen Alkoholpräventionsprogramm »HaLT – Hart am LimiT«, das die Villa Schöpflin 2002 entwickelt hat und nutzt dessen Strukturen. HaLT wird heute bundesweit an 157 Standorten umsetzt. Es kombiniert die frühzeitige Beratung und Intervention bei Jugendlichen, die einen riskanten Alkoholkonsum zeigen, mit präventiver Arbeit auf kommunaler Ebene, etwa durch Netzwerkarbeit, Aufklärung und Schulungen für Fachkräfte. Diese Verbindung aus individueller Unterstützung und struktureller Prävention hat sich als besonders wirksam erwiesen. Im Rahmen des Projekts »Can-K« wird das Konzept nun auf die Cannabisprävention übertragen.
 

Zwei Bausteine für eine wirksame Prävention

Der Baustein »Frühintervention und Früherkennung« richtet sich an junge Menschen mit ersten Cannabis-Konsumerfahrungen oder bereits riskantem Konsum. Ziel ist es, frühzeitig mit ihnen ins Gespräch zu kommen und problematische Entwicklungen zu vermeiden. Die niedrigschwellige Beratung erfolgt über Schulen, Kliniken, Beratungsstellen oder digitale Formate. Sie soll an den Modellstandorten in enger Anbindung an bestehende Angebote umgesetzt und weiterentwickelt werden. In vertraulichen Gesprächen reflektieren die Jugendlichen ihren Konsum, erhalten Informationen zu gesundheitlichen Risiken und werden bei Bedarf an weiterführende Hilfen vermittelt. Das zielt darauf ab, junge Menschen ohne Stigmatisierung zu erreichen und ihnen Orientierung zu bieten. 

Die kommunale Cannabisprävention setzt als zweiter Baustein am Lebensumfeld junger Menschen an. Dafür möchte das Projektteam bestehende Angebote bündeln und weiterentwickeln, etwa durch Präventionsformate in Schulen, Angebote für Eltern sowie Fortbildungen für Fachkräfte, aber auch in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie im Freizeitbereich. Dabei knüpft das Projekt gezielt an die Strukturen der HaLT-Standorte an und legt besonderen Fokus auf die Vernetzung lokaler Akteur:innen, um Prävention als gemeinsame Aufgabe umzusetzen.

Die Psychologin Dr. Silke Diestelkamp von der Medical School Hamburg, Dr. Christiane Baldus-Firnhaber vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters sowie Dr. Heidi Kuttler, Entwicklerin des HaLT-Konzepts und bis 2014 Geschäftsführerin der Villa Schöpflin, begleiten »Can-K« wissenschaftlich. Förderer des Modellprojekts ist das Bundesministerium für Gesundheit.

Datenschutz-Einstellungen

Cookie Einstellungen
Diese Website verwendet Cookies die die Ihnen Services ermöglichen, die von externen Anbietern angeboten werden, wie z.B. YouTube oder Google Maps. Rechtsgrundlage ist hier Art. 6 DSGVO (1) a.

Sie können hier der anonymisierten Erfassung Ihres Nutzerverhaltens durch MATOMO widersprechen. Zu diesem Zweck speichern wir einen Cookie auf Ihrem Computer, um diese Entscheidung auch bei späteren Besuche zu respektieren.

Bitte beachten Sie, dass abhängig Ihrer Einstellungen einige Funktionen ggf. nicht zur Verfügung stehen.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Matomo-Einstellungen

Achtung: Beim Widerspruch des Trackings wird ein Matomo Deaktivierungs-Cookie gesetzt, der sich Ihren Widerspruch merkt.